Montag, 21.09.2020

Die Macht gehört denen, die sie sich nehmen

Leserbrief

Eine Pille voller Power, eine Pille, die die Welt verändert: Wer sie schluckt, wird für fünf Minuten zum Superhelden. Ob blitzschnell, durchsichtig, Feuer speiend oder unverwundbar, die Palette der erlangbaren Fähigkeiten ist endlos – und unkontrollierbar.

Ganz entgegen der Vermutung, dass solch eine machtvolle Droge nur in geheimen Laboren getestet und niemals in die Hände normaler Zivilisten gelangen würde, ist sie verwunderlicherweise auf dem Drogenmarkt in New Orleans erhältlich.

Drei Akteure, eine Mission

Die Auswirkungen liegen auf der Hand: Die ganze Welt ist in Gefahr. Polizist Frank, gespielt von Joseph Gordon-Levitt, will sie retten. Wie praktisch, dass er engen Kontakt zu Robin, einem jungen Mädchen, das die Pillen selbst dealt, besitzt. So versucht Frank, die Fadenzieher hinter der Droge mit ihren eigenen Waffen zu schlagen.  Welche Superkraft wohl in Art (Jamie Foxx) schlummert? Foto: Skip Bolen/Netflix

Parallel tritt auch Art, verkörpert von Oscar-Preisträger Jamie Foxx, in den Kampf mit der Organisation hinter der wunderwirkenden Substanz. Im Zuge seiner Investigationen stößt er auf Robin – die Wege der drei Protagonisten kreuzen sich.

Ungenutztes Potenzial

In dem Action-Science-Fiction Streifen dreht sich nicht nur alles um die Pille „Power“, sondern auch um Macht im übertragenden Sinne. Besonders an Robin wird sichtbar, dass „das System“ viele Menschen unterdrückt, in denen eigentlich besondere Fähigkeiten schlummern. Nur, weil Robin ihre Stärken letztendlich einsetzt, kann sie das System umgehen. Ein Mann steht in Flammen: Alles ausgelöst durch eine kleine, mysteriöse Pille. Foto: Courtesy of Netflix
Und entgegen der Norm sind es ausgerechnet Drogenjunkies, die plötzlich die Fähigkeit erlangen, ganze Sondereinheiten der Polizei außer Gefecht zu setzen. Ein sehr cooler, philosophischer Ansatz. Leider schöpft Drehbuchautor Mattson Tomlin sein starkes Potenzial nicht einhundertprozentig aus. Denn am Ende wird man mit grundlegenden Fragen zurück gelassen. Warum ist „Power“ für Zivilisten zugänglich, die durch die Tablette die Welt ins Chaos stürzen können? Ist es die Intention eines Psychopathen? Steckt die Regierung mit den Geschehnissen in Verbindung? Und wenn ja, gibt sie ihre Macht freiwillig ab? Fragen über Fragen.

Auch, wenn das Ende des Films nicht bei Weitem mit dem grandiosen Einstieg und Mittelteil mithalten kann, in denen immer wieder neue Plot-Twists überraschen, ist „Project Power“ eine gute Empfehlung für einen Filmabend. Die visuellen Effekte sehen verblüffend realistisch aus und auch die Kamerafahrten und Übergänge werden dem 85,1 Millionen US-Dollar schweren Budget des Films gerecht.

„Project Power“ ist ab sofort auf Netflix verfügbar.









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