Montag, 05.02.2018

Die Frühaufsteherin

Wenn es draußen noch grau und kalt ist, so macht das der Lenzrose nichts aus. Schon im Dezember waren die ersten Knospen bei mir im Garten zu sehen, die in verheißungsvollem rötlichem Farbton durch das alte Laub blitzten. Seither wartet die Lenzrose darauf, dass die Tageslänge ausreichend und der Boden genügend warm wird. Und meist schon Mitte Februar entfaltet sie dann ihre Blüten.

Wobei die farbigen Blütenblätter eigentlich Hochblätter sind. Sie locken die Insekten an, die eigentlichen Blüten liegen geschützt unter den Hochblättern und sind sehr klein.

Die Lenzrose (Helleborus orientalis) gehört zur Familie der Nieswurz und wird oft mit der Christrose (Helleborus niger) verwechselt. Das ist auch kein Wunder, denn beide gehören zur selben Pflanzenfamilie, wie auch am botanischen Namen zu sehen ist. Aber die Lenzrose ist größer als die Christrose und nimmt im Gegensatz zu dieser auch mit einem Boden vorlieb, der nur wenig Kalk enthält. Und die Lenzrose blüht etwas später (von Januar bis Mai) als ihre weiß blühende Verwandte. Außerdem gibt es die Lenzrose in vielen Farbschattierungen von Rosa über Rot bis Violett oder neuerdings auch in Gelb. Noch ein Unterschied: Die Blüten der Christrose zeigen nach oben, die der Lenzrose nach unten. Ihre farbigen Hochblätter wirken so wie ein schützendes Dach für die in der Mitte liegenden Blüten. Das ist bei unserem nasskalten Wetter hier auch nötig...

Hat die Lenzrose einen Standort, an dem sie sich wohlfühlt, kann sie sehr alt werden: 30 bis 35Jahre sind keine Seltenheit. Sie braucht einen durchlässigen Boden, verträgt keine Staunässe und gedeiht um so besser, je regelmäßiger sie im Frühling eine Kompostgabe als Dünger erhält. Halbschatten unter Büschen und Bäumen ist am besten für sie. Gepflanzt werden können die ausdauernden Stauden vom Frühling bis in den Frühsommer, sobald der Boden frostfrei ist.

Wenn sie gut eingewachsen ist, ist die Lenzrose absolut frosthart. Zwar fällt ihr Laub dann zusammen, doch das ist ein Schutzmechanismus. Sobald es wärmer wird, richten sich die Blätter wieder auf.

Nach der Blüte der Lenzrose schneide ich das alte Laub weg, falls es fleckig und unansehnlich ist. Sie treibt dann im Sommer wieder kräftig aus. Von einem Pilz waren meine Pflanzen noch nicht betroffen, aber auch dann kann man das Laub einfach abschneiden, sollte es dann aber im Hausmüll und nicht auf dem Kompost entsorgen.

Alle sechs bis acht Jahre soll man zudem die Lenzrosen teilen und auf diese Weise verjüngen. Die geteilten Pflanzen am besten gleich wieder einpflanzen – oder an andere Gartenfreunde verschenken.

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