Montag, 03.08.2020

Die Eventbranche lebt: musikalischer Lichtblick in der Krise

Leserbrief

In einer nie da gewesenen Kombination trotzten drei Festivals unter dem Namen „Zeitgleich“-Festival mit viel Einfallsreichtum den Herausforderungen der Pandemie. Jedes der Festivals wird sonst mit jeweils 5000 bis 6000 Besuchern gefeiert, was aktuell nicht möglich war. Einen Ausfall der traditionsreichen Festivals wollte jedoch niemand hinnehmen.

Drei Festivals in Einem

In der Waldhütte moderner Indie-Pop von Bosse. Fotos: Schönfisch
In Zusammenarbeit mit dem Fernsehsender Arte sendete das beliebte „Rocken am Brocken“-Festival zusammen mit dem „Watt En Schlick“-Fest und dem „Sound oft the Forest“-Festival in jeweils fünf zeitlich aufeinander abgestimmt wechselnden Konzerten musikalische Erbauung per Livestream in die Welt.

Mussten sich Besucher früher zwischen einem der Festivals entscheiden, konnten sie dieses Jahr durch die rotierende Konzertbelegung ohne zeitliche Überschneidung alle Bands ansehen. Das prägte auch den Namen der Veranstaltung.

Die musikalische Reise quer durch Deutschland, vom Meer bis zu den Harzer Bergen, fand als „Geisterfestival“ nur mit einer kleinen Anzahl an Gästen statt, der Fokus wurde auf die mediale Übertragung gelegt.

Traumhaftes Ambiente

Trotz nur geringer Personenanzahl vor Ort wurden alle Bühnen in tagelanger Handarbeit aufgebaut und traditionsgemäß durch die eingeschworene Gemeinschaft vieler Helfer liebevoll dekoriert, um den Festival-Fans vor Ort und vor dem Bildschirm nicht nur musikalisch, sondern auch optisch ein bestmögliches Erlebnis zu ermöglichen. Gerade das „Rocken am Brocken“, das unter dem Motto „Natur, Musik, Freundschaft“ am Rande des Nationalparks Harz jährlich stattfindet, ist für seine kunstvollen Dekorationen und Skulpturen berühmt und beliebt. Das symbiotische Zusammenspiel zwischen musikalischem und optischem Erlebnis wurde besonders ab der Dämmerung deutlich. Gegen Abend, als die Holzskulpturen in malerisches Licht getaucht wurden und die Mighty Oaks mit Mandoline, Tamburin, Banjo und dreistimmigem Gesang loslegten, gab es für die begeisterten Besucher kaum ein Halten auf den aufgereihten Bänken vor der Bühne. Als Abschluss des „Rockens am Brockens“ performte Bosse seine bekanntesten Lieder, im Publikum überstrahlte ein Meer von Wunderkerzen den nächtlichen Sternenhimmel und sorgte für einen gemütlichen Ausklang des Abends.

Den Livestream des Festivals kann man auch im Nachhinein in der Arte Mediathek oder auf dem You-Tube-Kanal von Arte ansehen.









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