Mittwoch, 21.11.2018

Die Einsamkeit vor dem Rechner

Leserbrief
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Unser erster Griff nach dem Aufstehen geht meistens direkt zum Smartphone. Nur kurz bei Instagram abchecken, ob wir etwas verpasst haben. Im Verlauf des Tages scrollen wir am Handy oder am Laptop durch unsere Feeds, verschicken Snaps an Freunde und bekommen Bilder von ihnen zurück. Auch vorm Schlafengehen sieht es nicht großartig anders aus.

Ob dieses Verhalten gesund ist, muss jeder für sich entscheiden. Aber eigentlich sagt doch schon der Menschenverstand, dass diese Abhängigkeit vom Handy nicht gut ist. Aber können wir so weit gehen und sagen, dass uns die sozialen Medien einsam und depressiv machen?

30 Minuten online sein

Über eine Verbindung zwischen diesen Gefühlen und der häufigen Nutzung von Internetplattformen wurde oft spekuliert. Die University of Pennsylvania konnte jetzt erstmals eine solche Verbindung zwischen den sozialen Medien und Depressionen nachweisen.

Das Forscherteam fand zudem heraus, dass es für uns am besten ist, wenn wir nicht mehr als 30 Minuten in den sozialen Netzwerken unterwegs sind. Für ihre Untersuchung haben die Experten Studentinnen und Studenten in zwei Gruppen aufgeteilt: Das eine Team sollte sich wie gewohnt auf Social Media rumtreiben, die anderen durften auf Facebook, Instagram und Snapchat nur für jeweils zehn Minuten unterwegs sein.

Fragebogen zur geistigen Gesundheit

Nach einigen Wochen mussten die Studienteilnehmer einen Fragebogen ausfüllen, der sich mit ihrer geistigen Gesundheit beschäftigte. Darin ging es um Themen wie Ängste, etwas zu verpassen, das eigene Selbstwertgefühl und Einsamkeit.

Die Ergebnisse waren eindeutig: Wer seinen Medienkonsum reduziert hatte, litt deutlich weniger unter Depressionen und Einsamkeit. Befragte, die vor der Studie stärker mit solchen Problemen zu kämpfen hatten, konnten besonders profitieren.

30-Minuten-Grenze übertrieben

Sonderlich überraschend sind diese Ergebnisse aber nicht. Lange wurde vermutet, dass die sozialen Medien einsam sowie unsicher machen. In den Internetplattformen vergleichen wir uns oft mit anderen. Das eigene Leben wirkt meistens nicht so cool wie das der anderen.

Trotzdem ist es übertrieben, täglich nicht mehr als 30 Minuten online sein zu dürfen. So genau auf die Sekunde muss es doch nicht sein. Viel wichtiger wäre es doch, wenn wir die Zeit bewusster auf den Plattformen verbringen würden und sie nicht einfach nur so dort verschwenden.








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