Freitag, 11.08.2017

Die AfD träumt von zweistelligen Ergebnissen

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Goslar. Warum gibt es die AfD? Die von ihm selbst gestellte Frage beantwortete Frank Schmidt, AfD-Vorsitzender des Kreisverbandes Goslar, in vielen Varianten. Wie Mehltau habe sich seit dem Marsch der 68er die politische Korrektheit über Deutschland gelegt. Ergebnis sei eine „Entfremdung zwischen denen da oben und da unten“.

Schmidt hatte rund 20 Gäste im „Lindenhof“ in Goslar begrüßt. Die waren gekommen, um die Landtagsbewerber Dirk Straten aus Goslar und Klaus-Dieter Schneider aus Bad Harzburg sowie die Bundestagsbewerber Jens Kestner aus Northeim und Dr. Manfred Wolfrum aus Wolfenbüttel zu hören.

Viel Bestätigung

Überzeugt werden musste wohl niemand. Die Bewerber erhielten viel Bestätigung, etwa wenn der Mediziner Wolfrum über „Islamisierung, Scharia, Vielweiberei und Kinderehen“ mitten in Deutschland schimpfte und erzählte, dass eines seiner Kinder im Berliner Bezirk Kreuzberg neben „bekopftuchten Frauen“ wohne, wie er sagte. Auch „Obdachlose, die von Asylanten angezündet“ wurden, kamen in seiner Rede vor.

Einer der Hauptaufreger der AfD: Jahrelang sei nie Geld da gewesen, für Schulen nicht, für Straßen nicht, für Rentner und Familien nicht. Seit der Flüchtlingskrise aber würden Riesensummen für Asylbewerber ausgegeben. Alle klassischen AfD-Themen wurden angeschnitten. Der Klimawandel? Da kennt Radiologe Wolfrum sich aus. Die Erderwärmung sei nur minimal vom Menschen gemacht. Viel gescholten wurde zudem das Netz-Gesetz, das Internetplattformen wie Facebook oder Twitter dazu verpflichtet, konsequenter gegen Hasskommentare vorzugehen.

Kundgebungen mit AfD-Größen

Dirk Straten hält es für unwirksam, weil der Bundestag wegen der wenigen Abgeordneten nicht beschlussfähig gewesen sei. Meinungsumfragen sind auch so eine Sache. „Alles Lug und Trug, alles Sozi-Institute“, die die Zahlen veröffentlichen, rief Jens Kestner. In den jüngsten Umfragen liegt die AfD im Landtag von Hannover knapp über der Fünfprozenthürde, für die Bundestagswahl sagen die Prognosen bislang ebenfalls einstellige Resultate voraus. Kestner aber träumt von Ergebnissen wie in Sachsen-Anhalt, da wurde die Partei 2016 mit rund 25 Prozent zweistärkste Kraft.

Klaus-Dieter Schneider beklagte, dass die AfD als „rassistisch und rechtsradikal“ beschimpft werde. Die Kernfrage aber laute, was „Frau Merkel aus unserem Deutschland gemacht hat“. Weitere Antworten darauf sollen die AfD-Größen Björn Höcke aus Thüringen bei einer Abschlusskundgebung für Südniedersachsen am 22. September in Northeim und Beatrix Storch aus Berlin am 28. September in Goslar geben.



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