Freitag, 29.11.2019

Deutscher-Phantastik-Preis für Goslarerin

Leserbrief

Berlin/Goslar. Die aus Goslar stammende Autorin Petra Renée Meineke ist auf der Buchmesse „Buch Berlin“ für ihren Roman „Loa – Die weiße Mambo“ mit dem Deutschen-Phantastik-Preis in der Kategorie Bestes Jugendbuch geehrt worden. Die Auszeichnung ist ein Publikumspreis, der seit 1999 in zwölf verschiedenen Kategorien vergeben wird. Unter den Preisträgern der vergangenen Jahre befinden sich zum Beispiel George R.R. Martin, Neil Gaiman und Joanne K. Rowling.

Berlin/Goslar. Die aus Goslar stammende Autorin Petra Renée Meineke ist auf der Buchmesse „Buch Berlin“ für ihren Roman „Loa – Die weiße Mambo“ mit dem Deutschen- Phantastik-Preis in der Kategorie Bestes Jugendbuch geehrt worden. Die Auszeichnung ist ein Publikumspreis, der seit 1999 in zwölf verschiedenen Kategorien vergeben wird. Unter den Preisträgern der vergangenen Jahre befinden sich zum Beispiel George R.R. Martin, Neil Gaiman und Joanne K. Rowling.

Die Junge Szene hat mit Petra Meineke über die Auszeichnung, ihre Arbeit und ihre nächsten Buchprojekte gesprochen.

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen? Wann war Ihnen klar, dass Sie ein Buch schreiben möchten?

Durch meinen Beruf und weil ich gern schreibe. 1986 habe ich mein Diplom in Betriebswirtschaft gebaut und war danach vorwiegend im Marketing-Management tätig. Aus einem ganz bestimmten Grund habe ich jedoch viel lieber als Redakteurin und Texterin gearbeitet: Ich wollte schreiben. Es war also ganz logisch für mich, irgendwann Autorin zu werden.

Für meine Mutter war es übrigens schon seit meinen ersten Schulaufsätzen klar. Allerdings dachte sie dabei wohl nie an ein Buch, das sich mit Voodoo beschäftigt.

Was hat Sie zu „Loa – Die weiße Mambo“ inspiriert?

Es war ein Gespräch mit einer Freundin über Harry Potter und über Fantasy-Literatur. Es ging um Zauberer, Werwölfe und Vampire. Plötzlich kam mir der Gedanke „Warum nicht über echte Magie schreiben?“ Also Zauberei, die tatsächlich einen Platz in unserer realen Welt hat: Voodoo. Innerhalb von ein paar Sekunden hatte ich eine grobe Handlung im Kopf. Dass meine Heldin Zoé heißen soll, wusste ich auch sofort. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich mir allerdings nicht träumen lassen, jemals einen Literaturpreis zu gewinnen.

Wie haben Sie sich informiert, zum Beispiel über Voodoo und Haiti?

Als ich vor Jahren anfing, für diese Geschichte zu recherchieren, wusste ich über Voodoo so gut wie nichts. Also googelte ich mich wie besessen durchs weltweite Netz und verschlang stapelweise Fachbücher.

Dabei entdeckte ich eine ganz neue Welt: Voodoo ist keineswegs nur okkulter Aberglaube oder effektheischender Hokuspokus, sondern ein uralter Glaube.

Die größte Überraschung war für mich die Tatsache, dass eine Voodoo-Zeremonie die Initialzündung für den Aufstand der Sklaven in Saint-Domingue war und somit die Begründung einer freien Republik Haiti erst ermöglicht hatte. Auch davon hatte ich keine Ahnung gehabt.

Wie ist Ihre persönliche Meinung zu Magie und Flüchen?

Ich glaube nicht an Übernatürliches, falls die Frage so gemeint war. Doch ich finde die Kultur und die Geschichte hinter dem Voodoo faszinierend. Wusstet Ihr, dass sich unter den haitianischen Voodoo-Göttern einige christliche Heilige tummeln? Die Fusion passierte während der Kolonialzeit: Den Sklaven wurde ihr Glaube verboten, sie alle sollten zum Christentum bekehrt werden. Doch ihr Glaube war alles, was sie hatten, und so haben die Sklaven den Gott und die Heiligen der Sklavenhalter dem Voodoo kurzerhand einverleibt.

Was bedeutet Ihnen der Gewinn des Preises?

Das lässt sich wirklich kaum beschreiben. Der Deutsche-Phantastik-Preis ist ein sehr bedeutender Literaturpreis, der vor 20 Jahren zum ersten Mal verliehen wurde. Namhafte Preisträger vor mir sind John R.R. Tolkien, Terry Pratchett, Stephen King und Joanne K. Rowling. Durch den Phantastik-Preis habe ich mit diesen Autoren nun etwas gemeinsam. Es ist eine Auszeichnung, auf die ich wahnsinnig stolz sein kann – sobald ich realisiert habe, dass ich nicht träume. Es kommt mir noch immer etwas surreal vor.

An welchem Projekt arbeiten Sie zurzeit?

Ich arbeite an der Fortsetzung von „Loa“, denn „Die weiße Mambo“ ist der Auftakt zu einer Trilogie. Eine Herzensangelegenheit ist ein historischer Roman, an dem ich parallel schreibe. Er spielt in der Zeit von 1933 bis 1946 – einer düsteren Epoche Deutschlands – geschildert aus der Sicht eines kleinen Jungen. Mir liegt ausgezeichnetes Rohmaterial eines Zeitzeugen vor: Mein Vater hat seine Kindheitserlebnisse vor und während des 2. Weltkriegs im Alter von 85 Jahren aufgeschrieben. Erschütternde und gleichzeitig faszinierende Schilderungen, die auf keinen Fall in der Schublade bleiben dürfen.

„Loa – Die weiße Mambo“ von Petra Renée Meineke, 408 Seiten, ab 16 Jahren, Sadwolf Verlag, 14,99 Euro.









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