Freitag, 22.02.2019

Der Oberharz ist der beste Fahrlehrer

Leserbrief

„Das lernst du in 1000 Jahren nicht“, ätzte mein Vater. Sonst widerspreche ich ihm, wenn er sagt, Geduld sei nicht seine Stärke. Aber ich als Fahranfängerin in seinem Auto – das war zu viel für seine Nerven. Das Einparken in die Garage überließ ich lieber ihm. Meinen Führerschein habe ich seit dem Jahr 2012. Besonders wild war ich nicht darauf, ich machte ihn aus zweckmäßigen Gründen. Ohne Führerschein auf dem Dorf zu leben, schränkt den Bewegungsradius schließlich ziemlich ein. Autos interessieren mich aber bis heute nicht. Ich habe nie eines besessen und dementsprechend wenig Fahrpraxis gesammelt.

Autofahren wird ja oft als Symbol für Freiheit stilisiert. Frei fühlte ich mich hinter dem Steuer bei meinen sporadischen Fahrten aber nicht, sondern oft sehr angespannt. Und wenn ich, aufgewachsen auf dem platten Land, spontan am Berg anfahren musste, erholte ich mich danach erst einmal fünf Minuten in einer Parkbucht auf dem Gipfel. Es kam mir entgegen, nach dem Abi nach Hannover zu ziehen. Die Stadtbahn schätzte ich sehr.

Doch dann entschied ich mich, bei der Goslarschen Zeitung zu arbeiten. Ich weiß nicht, was andere tun, um sich auf ein Volontariat vorzubereiten. Ich jedenfalls fuhr mit einem geliehenen Auto zu einer steilen Straße und übte Anfahren am Berg. Manche meckern über den Harz als Wohnort. Eines ist aber nicht zu verachten: Wer hier Autofahren lernt, der kann es danach. Für mich war der beste Fahrlehrer nämlich der Oberharz. Eure Sarah







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