Freitag, 03.05.2019

Das Verbindende steht im Vordergrund

Leserbrief

Goslar. „Uns ist es wichtig, dass wir etwas gemeinsam machen, reden und uns austauschen“, erklärt Alyna Sievers aus der 11. Klasse der Fachoberschule Gesundheit und Soziales der BBS Goslar Baßgeige/Seesen. Sie organisiert mit zwölf Mitschülern das Projekt „Mädchen-Zeit, weil ich ein Mädchen bin ... !“.

Das nächste Angebot soll ein gemeinsamer Kochkursus für Mädchen mit und ohne Migrations-Hintergrund sein. Zusammen etwas Kochen, Essen und Plaudern – wer macht das denn nicht gerne? Vorher haben sie natürlich Werbung gemacht, Flyer und Plakate gedruckt und diese in der Stadt in Schulen, Büchereien und Geschäften verteilt – alles gemeinsam mit Galina Gerhart, der Integrationsbeauftragten der Stadt Goslar, und dem Jugendzentrum B6. Dass sich das Angebot nur an Mädchen richtet, habe laut Stefanie Mahlke, der begleitenden Lehrerin, und Katharina Kathmann-Frerichs vom Jugendzentrum B6 einen besonderen Grund: Zwar hätten so gut wie alle Jugendlichen, egal ob Mädchen oder Jungs insbesondere während der Pubertät – Konflikte mit den Eltern, Identitätsfindungsschwierigkeiten und auch einfach mal Liebeskummer. Allerdings sei es für Mädchen mit Migrations-Hintergund oft etwas schwieriger, sich mit Gleichaltrigen auszutauschen, die nicht die gleiche Herkunft haben.

Kultureller Hintergrund

Das Ziel des Projektes sei es, den Mädchen die Möglichkeit zum Ausbalancieren des eigenen kulturellen Hintergrundes mit den gesellschaftlichen Gegebenheiten zu bieten. So könnten Identitätskrisen vermieden werden. Gleichzeitig stehe das gemeinsame Erlebnis im Mittelpunkt, um zum Beispiel Gefühle der Fremdheit zu überwinden und das Verbindende in den Vordergrund zu rücken.

In dem seit März laufenden Projekt werden daher auch unterschiedliche Themen angeboten, die sich an den Interessen der sechs- bis sechzehnjährigen Mädchen orientieren. Backen und Kosmetik stehen zum Beispiel noch auf dem Plan.

Dass Tanzen auch ein Thema ist, bei dem man schnell zusammen findet, ist klar. „Einen Kurs für Sechs- bis Elfjährige gab es schon. Zur Auflockerung haben wir Bewegungsspiele gespielt und dann eine Choreografie zu Macarena eingeübt. Das hat Spaß gemacht“, berichtet die 17-jährige Paula Schwarz. Sechs Mädchen hätten teilgenommen. Ein weiterer Tanzkurs für eine etwas ältere Zielgruppe sei auch schon angesetzt.

Für die zwölf Schülerinnen, die das Organisationsteam bilden, sind die Veranstaltungen zugleich Teil ihrer schulischen Ausbildung. Denn sie lernen dabei Verantwortung zu übernehmen und können gleichzeitig ihre Kompetenzen schärfen und ausbauen.

Herausforderungen

„Es ist wie ein Sprung ins kalte Wasser. Das ist das erste Mal, dass wir so viel selbstständig organisieren müssen“, beschreibt Alyna Sievers die Herausforderungen, denen sich die Schülerinnen stellen.

Doch das ist natürlich auch ein Ziel der Projektarbeit. Schließlich werden die Jugendlichen mit dem schulischen Schwerpunkt Sozialpädagogik die so gesammelten Erfahrungen mit in den späteren Berufsalltag einbringen können.

Weitere Termine finden sich unter: jugend.goslar.de/juz-b6








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