Montag, 25.11.2019

Das Internet vergisst nichts

Leserbrief
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Schon immer hatten die Menschen das Bedürfnis, dann und wann jemanden öffentlich abzuschlachten. Die Römer veranstalteten Gladiatorenspiele und Kreuzigungen, im Mittelalter verbrannte man Ketzer auf dem Scheiterhaufen und flocht Verräter aufs Rad. Heute haben wir Internet.

Seit ihre beste Freundin Precious während der gemeinsamen Klassenfahrt an die Ostsee verschwand, drehen sich Muriels Gedanken in einem tödlichen Kreis. Was ist mit Precious passiert? Lebt sie überhaupt noch? Und hat Constantin was damit zu tun? Er weiß etwas aus jener Nacht – und um das aus dem reichen Idioten heraus zu kitzeln, lädt Muriel ihn und ein paar andere Mitschüler zu sich nach Hause ein. Mit heimlich aufgestellter Kamera will sie ein paar brisante Geständnisse einfangen. Aber Constantin ist längst nicht der Einzige, der etwas zu verbergen hat und schnell verschwimmt die Grenze zwischen Gut und Böse.

Der Autor Christian Linker katapultiert sich gleich zu Beginn des Buches aus dem seichten Teenie-Roman-Genre heraus. Zwar sind seine Protagonisten alle um die 18 Jahre alt. Aber der schonungslose, düstere Ton der Geschichte lässt zeitweise an erwachsene Vorbilder aus dem Thriller-Bereich denken. Gleiches gilt auch für das Ende der Story. Aber dazwischen zieht sich dieser eine Abend, an dem die ganze Erzählung spielt, endlos hin. Bis das Ganze in Fahrt kommt, dauert es einfach zu lange und das schmälert den Lesespaß.

„Und dann weiß jeder, was ihr getan habt“ von Christian Linker, 252 Seiten, ab 14 Jahre, dtv Verlag, 14,95 Euro.









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