Dienstag, 11.09.2018

Dankbar und demütig nach Organspende

Leserbrief
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Regina Scheller-Leutloff, Goslar, zum Leserbrief von Heike Gade „Balance zwischen Demut und Hochmut finden“ (GZ vom 11. September 2018)

Ich glaube, dass niemand, der eine Organspende erhalten hat, in irgendeiner Form hochmütig ist. Ganz im Gegenteil! Wahrscheinlich kann sich manch einer gar nicht vorstellen, wie endlos dankbar und demütig die Menschen und deren Angehörige sind, die darauf warten mussten.

Wenn zum Beispiel eine Mutter, deren Tochter durch eine Laune der Natur ohne Gallengänge zur Welt kam und deshalb schwer leberkrank wurde, nachts den Anruf erhält, dass nun das geeignete Spenderorgan zur Verfügung steht.

So geschehen vor 14 Jahren. Immer wieder bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich an diese Nacht denke, als meine Schwester jenen Anruf bekam. Wie viel Angst, Tränen und Hoffnung die gesamte Familie und meine kranke Nichte zuvor erleben musste? Wenn man weiß, dass nur eine Organtransplantation die Chance auf ein „normales“ Weiterleben ermöglicht.

Das ist so immens emotional und lässt alles andere in den Hintergrund treten. Weil nur noch wichtig ist, dass bitte dieser Anruf kommt. Weil man bittet und betet, dass das Kind leben darf, leben wird.

Wir haben so viele schwer kranke Kinder in der Medizinischen Hochschule Hannover auf dieser einen Kinderstation gesehen. Mit ihren Eltern, die ebenfalls voller Ängste und Sorgen auf ein geeignetes Organ warten. Das ist so bedrückend.

Kann man sich hinstellen und ganz einfach sagen, dass Menschen, und dazu gehören auch diese Kinder, halt sterben müssen, weil sie schwer krank sind? Mit dem Wissen, dass es Hoffnung und Hilfe durch eine Organspende geben kann? Nein! Wer maßt sich das an?

Ich besitze auf jeden Fall einen Organspendeausweis.








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