Mittwoch, 01.04.2020

Comic-Rezension: Die Jägerin ist wieder in der Stadt

Leserbrief

Sie kehrt zurück, ist tougher denn je und Vampire und Dämonen dürfen sich mal wieder warm anziehen: Die Jägerin ist in der Stadt. Wie immer hat sie auch ihre Gang dabei – und ihr Smartphone. Denn für das Comic-Reboot von Joss Whedons Kult-Serie „Buffy – im Bann der Dämonen“, die sich um das Leben der blonden Vampirjägerin in der amerikanischen Kleinstadt Sunnydale in den 90er-Jahren drehte, hat das Universum der Superheldin eine Generalüberholung bekommen.

Dabei steckt die Neuauflage die Charaktere aber nicht einfach in moderne Sneaker statt in die früher so beliebten Plateauschuhe und wärmt die Originalgeschichte ansonsten einfach eins zu eins auf. Stattdessen haben die gestandenen Illustratoren Jordie Bellaire und Dan Mora, die für die Serie verantwortlich zeichnen, mit dem Segen des Schöpfers Joss Whedon Veränderungen vorgenommen, um die Story zeitgemäßer zu machen.

Locker statt verklemmt

So lebt Buffys im original schüchterne Nerd-Freundin Willow, deren sexuelle Orientierung sich erst im Laufe der Serie ändert, hier bereits zu Beginn der Story offen lesbisch und ist auch eine ganze Ecke lässiger und selbstbewusster. Auch Buffys Wächter Giles ähnelt mehr einem locker-modernen Zieh-Vater als dem strengen, verklemmten Mentor von einst.


Nur Buffys Kumpel Xander, dessen aus der Originalserie wohlbekannte Minderwertigkeitsgefühle die Rahmenerzählung für den ersten Band schaffen, ist ganz der Alte – vielleicht etwas offensichtlich depressiver als im Original zunächst erkennbar.

Vielversprechender Start

Und das ist die Stärke des Comic-Comebacks von Joss Whedons TV-Kult: Die Teenager von heute haben eben mit den gleichen Problemen zu kämpfen, wie die der 90er-Jahre – Außer mit übernatürlichen Bösewichten in der Realität natürlich, aber die hatten auch in der Originalserie schon immer einen metaphorischen Wert. Wie Jugendliche heute mit ihren Problemen umgehen, ist allerdings ganz anders, denn die Gesellschaft hat sich in den letzten 30 Jahren stark verändert. Nur konsequent also, dass eine Zeitgeist-Ikone wie Buffy das auch tut. Offen ist dabei, ob die Story vor diesem Hintergrund dieselbe emotionale Tiefe und metaphorische Kraft entfalten wird, oder ob die moderne „Scooby-Gang“ – wie Buffys Clique im Original genannt wird – sich in eine ganz andere Richtung entwickelt und somit das „Buffy-Feeling“ verliert.

Wo das Ganze also hinführt? Schwer zu sagen. Vielversprechend startet das Reboot aber allemal, auch wenn eingefleischte Fans des Originals wirklich für Veränderungen offenbleiben müssen, um den ersten Band genießen zu können.

„Buffy the Vampire Slayer“ Band 1 „Die Schule ist die Hölle“, von Jordie Bellaire und Dan Mora, Panini Comics, 15 Euro.









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