Donnerstag, 26.03.2020

Carsten Jelinski: Immer etwas Neues

Leserbrief
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GZ-Redakteure erzählen von ihren täglichen Erlebnissen mit der aktuellen Corona-Krise: Wie die Szene der Kuktur- und Kreativschaffenden die aktuelle Lage erlebt, und was sie tut, um weiterhin arbeiten zu können, beschreibt GZ-Mitarbeiter Carsten Jelinskin im aktuellen Beitrag zum "Corona-Tagebuch"

Carsten Jelinski
Es ist fatal: Zu Beginn der so genannten Corona-Krise hatte ich ja noch versucht, den Probenbetrieb meiner vier Chöre mit „Wer mag, kommt“ und das kirchliche Leben mit kleinen Musiken statt Gottesdiensten aufrecht zu halten. Doch das ist, gefühlt, lange her. Alles, was irgendwie nach Veranstaltung riecht, ist verboten und abgesagt, auch eine lange geplante Chorfreizeit hat dran glauben müssen. 

Wie sich das konzertante Leben nach Corona gestalten wird, ob alle Konzerttermine gehalten werden können – keinen Schimmer. Da hat so ein kleiner Virus das gesamte öffentliche Kulturleben lahmgelegt. Es ist fatal – vor allem für die ausübenden (Klein-) Künstler, die sich, gerade als Freiberufler, fragen, wann Auftritte wieder möglich sind.

Doch wir Kultur- und Kreativschaffenden wären nicht wir, wenn uns nicht etwas Neues einfiele: Unser Grundrecht auf Versammlung wird durch den Virus erheblich eingeschränkt, also verlagern wir unsere Aktivitäten ins World Wide Web. (Treppenwitz der Geschichte: Das WWW ist ja, als Ausdruck der Globalisierung, mit verantwortlich für die schnelle Ausbreitung des Virus). So singen Johannes Oerding und Bosse aus dem heimischen Wohnzimmer, per Facebook überträgt Autorin Miriam Fuchs ihre Lesungen direkt und demnächst werden wir vom „C&C“-Duo dort einen „Puppenbauspaß für die ganze Familie“ anbieten. Ebenfalls im Netz finden sich auch „Corona-Konzerte“: Der gebürtige Braunschweiger Arno Lüder hat Beethovens „Für Elise“ für zwei Klaviere in zwei Zimmern für zwei Spieler auf Abstand umkomponiert (www.blogs.nmz.de/badblog). Und der englische Dirigent und Schauspieler Rainer Hersch hat ein „Corona-Concerto“ ins Netz gestellt, kurz und voll mit britischem Schwarz-Humor (www.slippedisc.com). Denn mit Galgenhumor ist diese aktuelle Situation, die jeden von uns betrifft, besser zu ertragen. By the Way: Ich habe jetzt ja staatlich verordneten Zwangsurlaub. Den nutze ich intensiv: Zum Orgelüben. Bleiben Sie gesund! Carsten Jelinski









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