Donnerstag, 01.10.2020

Bunter Herbst mit Blütenzauber in Topf und Kübel

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Der Sommer ist vergangen und mit ihm die Pracht von einjährigen Sommerblumen und bunten Gemüse- und Kräuterblüten. Aber wenn die Herbstsonne wärmende Strahlen schickt, schmeckt eine Tasse Tee oder Kaffee auf dem Balkon oder der Terrasse immer noch gut. Und auch ein Gartenfest kann man dann – zumindest in der Nachmittagssonne – noch feiern. Auch wenn man vielleicht eine Jacke anziehen und eine Decke über die Knie legen muss. Im Haus sitzen, muss man noch lange genug...

Farben-Feuerwerk

Damit auch im Herbst der Sitzplatz draußen eine angenehme Umgebung bietet, kann man die Sommerbepflanzung gegen Blumen austauschen, die noch bis zum Frost durchhalten und reichlich Blüten bilden. Der Winter kommt hoffentlich noch lange nicht.

In den Gärtnereien sind schon seit dem Spätsommer Pflanzen zu haben, die im Herbst blühen und so ein Feuerwerk an Farben entfachen. Auch viele Discounter und Supermärkte setzen auf den Wunsch ihrer Kunden, vor dem Winter noch so lange wie möglich ein ansprechendes Ambiente an ihrem Sitzplatz zu genießen. Während sich dort das Angebot auf nur wenige Arten – etwa Chrysanthemen, Astern, und Heidekraut – beschränkt, finden sich in den Gärtnereien vielfältigere Möglichkeiten, Balkon oder Terrasse zu verschönern.

Dort finden sich auch Stauden, Blattschmuckpflanzen und Gräser, die man später in den Garten setzen kann. Indem ich Pflanzen erst als Herbstdekoration vor der Haustür genutzt habe, bin ich zu so manchem Schätzchen gekommen, das jetzt in meinem Garten im Beet weiterwächst. So habe ich Lampenputzergras, Alpenveilchen, Mühlenbeckia und einiges mehr im Laufe der Jahre angepflanzt und damit Lücken in den Beeten geschlossen, die durch Überalterung von Gewächsen immer wieder mal entstanden sind. Für den Herbst eignen sich auch Dahlien, Herbstanemone oder Zierkohl. Letzterer blüht zwar nicht, punktet aber mit kräftig gefärbten Blättern. Übrigens kann man auch gut einige wohlriechende Quitten mit zum Deko-Arrangement an der Haustür legen, und auch nahe des Sitzplatzes macht sich das gut. Und auch Zierkürbisse, Kastanien, Nüsse und andere Erntefrüchte sowie Kränze aus Hopfen-, Wein- und Efeuranken eignen sich für die Dekoration draußen wie drinnen.

Für mediterrane und exotische Pflanzen, die jetzt noch draußen stehen, ist es langsam Zeit fürs Winterquartier. Zwar vertragen einige von ihnen, nämlich die mit hartem Laub, auch ein paar Minusgrade. Daher sollte man die letzten warmen Sonnenstrahlen nutzen und die Pflanzen so lange wie möglich draußen lassen. Denn dort haben sie ausreichend Licht, auch an trüben Tagen.

„Frostbeulen“ schützen

Aber die meisten unserer mediterranen und tropischen Favoriten sind „Frostbeulen“, manche brauchen sogar mindestens plus zehn Grad Celsius. Unter dem Stichwort „Überwinterung“ finden sich im Internet und auch in der einschlägigen Literatur überwiegend Hinweise darauf, dass Kübelpflanzen in hellen, kühlen Räumen die kalte Jahreszeit überdauern sollten. Wärmstens empfohlen wird dabei immer ein Gewächshaus als optimaler Standort. Was aber, wenn es im Schlafzimmer zu warm und im Treppenhaus kein Platz ist? Und wenn erst recht kein Gewächshaus zur Verfügung steht? Wer es sich finanziell leisten kann, könnte eine Gärtnerei in Anspruch nehmen und dort seine Pflanzen unterstellen. Im Gewächshaus und mit fachkundiger Pflege gedeihen sie dann gut, bis sie im Frühling wieder auf die eigene Terrasse geholt werden können. Solch eine Gärtnerei zu finden, ist aber nicht einfach, da nur wenige diesen Service anbieten. Und mit nennenswerten Kosten ist dieser auch verbunden.

Daher bleibt für die meisten Pflanzenliebhaber nur die Überwinterung in der warmen Wohnung. Dort ist die Regel „je wärmer, desto heller der Standort“ eigentlich nur zu befolgen, wenn man sich Tageslichtlampen anschafft. Zu beachten ist dabei neben einer ausreichenden Lichtstärke und der richtigen Lichtfarbe (großer Blauanteil), dass bei größeren Pflanzen die gesamte Krone beleuchtet werden muss. Auch die Pflanzenleuchten kosten natürlich Geld, und der Stromverbrauch ist einzukalkulieren. Aber insgesamt ist diese Lösung preiswerter als ein Überwinterungsservice beim Gartenprofi.

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie mir eine E-Mail: christina.borchers(at)goslarsche-zeitung.de.