Sonntag, 05.01.2020

Bunte Blumen, frisches Grün und neue Projekte

In den meisten Gärten sieht es derzeit eher braun als grün aus – geschweige denn bunt. Wo keine Winterblüher wie Winterjasmin, Zaubernuss oder wenigstens Christrosen blühen, ist es noch ziemlich trist. Jedoch kann man sich bunte Blüten ins Haus holen: Viele Gärtnereien bieten schon vorgezogene Frühlingsblüher an. Narzissen, Tulpen und Primeln leuchten auf den Präsentationstischen im Laden um die Wette.

Doch sie geben ziemlich schnell den Geist auf, wenn sie zu Hause ins warme Wohnzimmer gestellt werden. Deshalb lässt man sie lieber draußen an einem sonnigen, geschützten Platz stehen. Abends müssen sie allerdings ins Haus, am besten in den kühlen Flur. Denn draußen wäre es den Gewächshauspflanzen dann doch noch zu kalt.

Wer besonders lange Freude an den vorgezogenen Pflanzen haben möchte, kauft sie, wenn ihre Knospen maximal halb geöffnet sind. Auch eine Umquartierung aus dem engen Topf in ein größeres Gefäß mit frischer Erde verlängert die Lebenszeit.

Wenn die Blüten vergangen sind, aber die Blätter noch aus der Erde schauen, so ab April, pflanze ich die Zwiebelgewächse immer im Garten ein. Anhand der Blätter kann ich ihren Platzbedarf gut einschätzen und mir auch die Wirkung im Beet im blühenden Zustand vorstellen. Wenn nachts Fröste drohen, decke ich die Neupflanzungen mit Vlies, ausgedienten Plastikflaschen, großen, umgestülpten Einmachgläsern oder einfach mit Kartons ab, die ich mit je einem Stein beschwere.

Draußen im Garten bewege ich mich derzeit nicht viel. Nur die Kontrollgänge ins Gewächshaus, ans Hochbeet und zu den Kübelpflanzen auf der überdachten Terrasse sind spätestens alle zwei Wochen nötig. Wobei ich zum Hochbeet schon deshalb öfter gehe, um dort noch zu ernten: Grün- und Schwarzkohl, Pastinaken, Asia-Salate und Rukola bereichern ab und zu den Küchenplan. Die einzige Endivie, die auf dem Beet stand, ist schon abgeerntet. Ich hatte zwar Winterendivien gesät, aber der Spätsommer 2019 war den Samen wohl doch zu warm. Die Salate liefen zwar auf, blieben aber bis jetzt winzig. Mal sehen, ob sie bis zum Frühling noch so groß werden, dass es sich lohnt, sie auf den Teller zu holen. Ernten kann ich auch immer noch frische Minze vom Beet. Das Kraut steht zu Füßen einer im vorigen Sommer gepflanzten Rose, die mir in einigen Jahren hoffentlich große Hagebutten bescheren wird: der „Pillnitzer Vitaminrose Pi-Ro 3“. Leider ist sie im Landkreis Goslar selbst im Fachhandel nicht zu bekommen, sodass ich sie notgedrungen im weltweiten Netz bestellt hatte.

Einen Christbaum, den ich von einem befreundeten Geschäftsmann nach Weihnachten bekommen hatte, habe ich auch bereits „zerlegt“ und mit den Zweigen meine Rosen und den jungen Säulenapfel sowie den Feigenbaum geschützt. Was die Experten der Bayerischen Gartenakademie in dem Servicekasten weiter unten raten, entspricht nämlich auch meiner Erfahrung. Starker Frost ist, wenn überhaupt, erst lange nach Weihnachten zu erwarten. Deshalb habe ich den Abfuhrservice der Abfallwirtschaft schon seit vielen Jahren nicht mehr in Anspruch genommen.

Derzeit verbringe ich einige Zeit damit, das neue Gartenjahr zu planen. Allerdings gehe ich schon jetzt davon aus, dass diese Pläne dann doch nicht eins zu eins umgesetzt werden. Immer kommen irgendwelche Spontanentscheidungen dazwischen, sodass Garten und Ernte am Ende des Jahres anders aussehen. Dieses Jahr will ich beispielsweise zusammen mit meinem Mann das Spielhaus meiner inzwischen erwachsenen Kinder abbauen und an dessen Stelle ein weiteres Gewächshaus aufstellen. Dort will ich die schweren Kübelpflanzen und die großen Kakteen überwintern. Und die Töpfe mit dem Rosmarin sind dort dann auch leichter erreichbar. Das andere Gewächshaus, das ganzjährig reichlich Sonne abbekommt, möchte ich dann für den Anbau von Salaten und Gemüsen auch im Winter nutzen.