Donnerstag, 27.12.2018

Bis zum Frühsommer ist 2018 ein Super-Gartenjahr

Das Jahr 2018 beginnt – was vielen schon fast entfallen sein dürfte – außerordentlich nass. Im Januar kann ich meinen Rasen nicht betreten, denn das Wasser steht in kleinen Seen darauf. Schnee? Völlige Fehlanzeige. Ohnehin ist ja der Januar kein Monat, in dem man schon etwas tun könnte draußen. Außer eines: Die Gartengeräte kontrollieren und gegebenenfalls reparieren.

Im Februar erwacht mein Garten dann so langsam. Die Lenzrose, deren Knospen schon im Dezember zu sehen waren, entfaltet nach und nach ihre Blüten. Meine Exemplare sind noch relativ jung. Gut eingewachsene Pflanzen können bis zu 35Jahre alt werden.

Schnee und Frost, den ich im Januar vermisst habe, stellen sich dann doch noch ein. Und zwar im März, den man allgemein doch mit dem beginnenden Frühling verbindet. Aber alle Pflanzen, die unter einer Schneedecke ruhen, werden den Kälteeinbruch überleben. Denn viele haben ihre eigenen Frostschutzmittel: Sie bilden Glycerin, Glucose oder Sorbit in ihren Zellen. Damit erniedrigen sie den Gefrierpunkt beträchtlich.

Im April beschäftige ich mich wie in jedem Jahr mit dem Frühjahrsschnitt meiner Rosen. Da bewährt sich dann, dass ich im Winter besonders die Gartenscheren nicht nur geölt, sondern auch geschliffen habe. Denn ohne scharfe Schere und den richtigen Schnitt gibt es im Sommer keine reiche Blüte. Am vorletzten Aprilwochenende bricht dann urplötzlich der Sommer aus. Und er bleibt gefühlt ewig, bringt fast gar keinen Regen und geht so als „Dürresommer“ in die Annalen ein. Doch zunächst scheint im Mai noch alles prima. Die Obstbäume blühen, was das Zeug hält, kein Spätfrost zerstört die Blüten.

Als am zweiten Sonntag im Juni der sechste Tag der offenen Gartenpforte unter der Regie der GZ beginnt, herrscht strahlend schönes und warmes Frühsommerwetter. Die Autorin beginnt ihre Tour im Oberharz bei Günter Kratochwill, der eine unglaubliche Geschichte parat hat: Kurz, bevor er seinen Garten öffnete, musste er schnell noch einen kapitalen Hirsch aus seinem Garten scheuchen. „Der Vierzehnender läuft schon seit Jahren überall in St. Andreasberg herum“, erzählt Kratochwill seinen staunenden Gästen. Den ganzen Tag über geben sich nicht nur bei ihm und seiner Frau Margrit, sondern auch bei weiteren neun Gastgebern die Besucher die Klinken der Gartenpforten in die Hand. Zwischen St. Andreasberg, Braunlage und Bad Harzburg, über Dörnten und Jerstedt bis hin nach Lutter reisen die Gartenfans bereitwillig umher, um Anregungen und Tipps untereinander und mit den Gastgebern auszutauschen.