Freitag, 31.07.2020

Beste Freunde: Ein Herz und eine Seele

Leserbrief

Goslar. Was gibt es Schöneres auf der Welt als Freunde? In uns sozialen Wesen ist das Bedürfnis, mit anderen in Kontakt zu treten, fest verankert. Jugendliche können davon ein Lied singen: Im Heranwachsendenalter ist der Drang, Gleichgesinnte zu finden, so groß wie zu kaum einer anderen Lebensphase.

So weist die Freundschaftsliste auf Facebook das Potenzial auf, innerhalb kürzester Zeit immer länger zu werden. Und doch trifft man nicht all die 300 „Freunde“ dieser Liste regelmäßig zum Essen, um bei ihnen seine Sorgen loszuwerden. Wo liegt also die Grenze zwischen Bekannt- und Freundschaft? Jugendliche aus Goslar und Umgebung zumindest haben klare Vorstellungen davon, welche Qualitäten ein guter Freund mit sich bringen muss.

Vertrauen ist das A und O

In einem Punkt sind sich die befragten Jugendlichen am 30. Juli, dem Tag der Freundschaft, einig: Es kommt nicht darauf an, wie viele Freunde man an seiner Seite weiß, sondern darauf, dass man sich auf sie verlassen kann. Zwischen zwei und vier Personen zählen die meisten von ihnen zum Kreis der Engsten. Ein Ergebnis, das der Auswertung einer Online-Befragung von Statista nahe kommt: Dem Meinungsforschungsinstitut zufolge hat jeder Deutsche durchschnittlich 2,9 Freunde.

Mit rund zehn Freunden stellt Jolene Batels (17) einen Einzelfall bei der Umfrage dar. „Wir sind eine große Mädelsgruppe“, erklärt sie. Fotos (4): Dämgen
Doch was macht ihn aus, einen wahren Freund? Vertrauen, gegenseitige Unterstützung, Ehrlichkeit und Loyalität stehen für die jungen Goslarer ganz oben auf der Liste der unabdingbaren Voraussetzungen für eine solide Freundschaft.

Hat sich diese entwickelt, will sie gut gepflegt werden: Allen Interviewten ist es wichtig, ihre Freunde regelmäßig zu treffen. Jona Schmidt stellt sogar fest: „Ich mache so häufig etwas mit Freunden, dass man sagen könnte, ich bin mehr mit ihnen unterwegs, als zu Hause zu sein.“

So fühlten sich die Teenager in der Zeit der strikten Kontaktbeschränkungen besonders belastet. Der Kontakt übers Internet oder Telefonate war für sie nur ein kleiner Trost, der echte Treffen nicht ersetzen konnte. „Es hat mir gefehlt, die Person einfach vor mir zu haben“, beschreibt Jolene Batels.

Milana Alhamed (16) hat zu ihren Freunden bis zu drei Mal in der Woche Kontakt. Gerne tauscht sie mit ihnen auch mal Geheimnisse aus.
Gleichzeitig habe sich aber herauskristallisiert, wer ein wahrer Freund ist und sich regelmäßig meldete, wie Timo Mayer erklärt. Ist das gegenseitige Interesse auf Dauer nicht ausgewogen, sei das Ende der Freundschaft schnell in Sicht. Spätestens, wenn der beste Freund eine feste Beziehung eingeht, würde die Freundschaft auf die Probe gestellt. „Auch in einer Partnerschaft muss man Zeit für Freunde haben“: Während sich Simon Rösch eher vorsichtig ausdrückt, sagt Jolene Batels klipp und klar: „Vor der besten Freundin kommt nichts. Das kann kein Junge trennen.“

Das Gleiche dürfte auch auf Milana Alhamed zutreffen. Zu ihren Freundinnen hat sie ein ganz enges Verhältnis. „In schwierigen Zeiten habe ich gemerkt, wer wirklich für mich da ist“, betont sie.

Ein Hoch also auf die Freunde, die sich ihren Ehrentitel verdient haben – auf diejenigen, die uns verteidigen, wenn niemand anders zu uns hält; auf diejenigen, die all unsere Macken kennen und uns dennoch in ihr Herz geschlossen haben.

Für die Brüder Jona (17) und Niklas Schmidt (18) haben Freunde einen hohen Stellenwert. Für Niklas steht die Familie aber an erster Stelle.









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