Freitag, 10.11.2017

Berufsorientierung in Karussell-Manier

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Langelsheim. Mit Blick auf den ordentlich gedeckten Tisch schienen diese Woche das Leben und die Berufswahl ganz einfach zu sein: Von außen nach innen werden die glänzenden Gläser und das polierte Besteck für die richtige Speisenfolge genommen. Tatiana Schmidt, Auszubildende zur Hotelkauffrau im Goslarer Hotel „Achtermann“, präsentierte den 43 Achtklässlern der Oberschule Langelsheim bei einer praktischen Berufsweltorientierung nicht nur einen ordentlich gedeckten Tisch, sondern plauderte auch über ihre Liebe zu dem Berufsfeld.

Mit Unterstützung des Bildungsnetzwerkes der Niedersächsischen Wirtschaft stellten sich sechs regionale Betriebe an acht Stationen vor, die die Schüler reihum besuchten. Neben dem Goslarer Hotel gewährten das Pflegezentrum Goslar, die Harzer Kartonagen, Stöbich Brandschutz, Chemetall und Harz-Energie in Karussell-Manier spannende Einblicke in die Tätigkeitsfelder der jeweiligen Branche.

Da wurde bei Stöbich „gekokelt“ bis der Feueralarm im Puppenhaus ausgelöst wurde, die Chemiekanten offenbarten das Geheimnis der Alchimisten und stellten kurzerhand „Gold“ her, und im Hotelgewerbe genossen die Schüler das Flair eines perfekt eingedeckten Tisches. „Wenn man im Gastgewerbe arbeitet, wird man zu Hause auch pingelig“, erzählte Tatiana Schmidt mit strahlenden Augen über ihren Beruf.

Ideen für Praktika

Bereits mit einem Hauptschulabschluss sei die Bewerbung in der Hotelbranche möglich. „Bei uns werden nicht nur Hotel- und Restaurantfachleute ausgebildet, sondern auch Köche“, sagte Tatiana Schmidt. Dabei seien die Zensuren aber nicht so sehr entscheidend. „Unsere Personalchefin schaut mehr darauf, ob der Bewerber ins Team passt.“

Eine Berufsbörse bereits im achten Schuljahrgang anzubieten, sei eine Besonderheit der Langelsheimer Oberschule, erklärte Schul-Sozialpädagogin Pamela Stuckenschmidt. „Die Schüler sollen frühzeitig Ideen bekommen, was möglich ist.“ Zum Ende der achten Klasse absolvieren die Langelsheimer Oberschüler ein einwöchiges Praktikum, in Klasse neun ein dreiwöchiges und im zehnten Jahrgang noch mal ein zweiwöchiges Praktikum.

„Die Berufsmöglichkeiten sind unglaublich vielseitig und unsere Schüler sollen für ihre Berufswahl bestens vorbereitet sein“, betonte Pamela Stuckenschmidt. Die Schüler selbst haben ganz unterschiedliche Vorstellungen, welchen Weg sie später einmal einschlagen wollen: So möchte Johanna Koesling (15) später Erzieherin werden. Nesibe Karsiz (13) und Enes Fidan (16) wollen in die Chemiebranche. Nico Körner (14) könnte sich vorstellen, einen handwerklichen Beruf zu ergreifen.

Ein Video über die Berufsmesse in Langelsheim gibt es auf der Homepage der GZ. Der QR-Code führt euch direkt dorthin.



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