Freitag, 26.10.2018

Beim Pizzabacken die Zukunft planen

Leserbrief

Goslar. Nico Kohrt möchte gern Tischler werden. Doga Nihal Güner kann sich vorstellen, später einen sozialen oder kreativen Beruf auszuüben. Jasmin Betram weiß noch nicht genau, was sie werden möchte.

Um sich genauer über ihren Traumjob zu informieren oder sich einen ersten Überblick über die Möglichkeiten zu verschaffen, nehmen die drei Neuntklässlerinnen und Neuntklässler der Goslarer Realschule Goldene Aue mit zehn anderen Jugendlichen an dem Projekt „Backen mit Chefs“ teil.

Berufsorientierung

Dabei handelt es sich um eine spezielle Form der Berufsorientierung, die von dem Rotary Club Goslar Nordharz organisiert wird. Die Schüler stehen gemeinsam mit Unternehmern am Herd und kommen in einer lockeren, ungezwungenen Atmosphäre einfacher mit ihnen ins Gespräch, wie Organisator Joachim Rehbein erklärt.

Dass die Schüler ihre Schüchternheit verlieren, beschreibt auch der 16-jährige Nico, der sich vor allem mit dem Goslarer Tischlermeister Lutz Dreyer unterhält. „Ich habe ihn mit all meinen Fragen gelöchert. Das ist auch den anderen aufgefallen“, erzählt Nico. Er will alles rund um die Ausbildung wissen. Wie lange dauert sie? Wie läuft sie ab? Und noch viel wichtiger: Nimmt Dreyer Auszubildende?

Da der Tischler auf der Suche nach neuen Lehrlingen ist, profitiert auch er von dem Aktionstag. Um Nico genauer kennenzulernen, haben die beiden über ein dreiwöchiges Praktikum gesprochen, das der Realschüler vielleicht nach den Weihnachtsferien bei ihm absolvieren kann. „Ich soll dem Geschäftsführer meine Bewerbungsunterlagen schicken. Da muss ich wohl einen ganz guten Eindruck gemacht haben“, sagt Nico freudestrahlend. Deswegen sei ihm wichtig, sich in Gesprächen mit Chefs nicht unhöflich oder ungepflegt zu zeigen. Doch was erwartet Lutz Dreyer von seinem zukünftigen Auszubildenden? „Leider wird es immer schwieriger, jemanden zu bekommen. Man kann es sich nicht mehr wirklich aussuchen. Jedoch ist es mir sehr wichtig, dass Auszubildende loyal und pünktlich sind“, fasst der Tischlermeister zusammen.

Zeit im Ausland

Einen so konkreten Plan wie Nico hat die ebenfalls 16-jährige Doga für ihre berufliche Zukunft noch nicht. Sie möchte ihren erweiterten Realschulabschluss schaffen, danach eine Zeit ins Ausland gehen und gern studieren – aber was genau, weiß sie noch nicht. Im Gespräch mit ihr fällt auf, dass sie vielseitig interessiert ist. Sie könne sich vorstellen, im sozialen Bereich zu arbeiten. „Vielleicht in der Pflege“, sagt die Schülerin. Doga ist aber auch gern kreativ, sie mag es, zu fotografieren. „Ich kann mir auch vorstellen, das Soziale irgendwie mit dem Kreativen zu kombinieren“, überlegt die Realschülerin.

Bei selbst gebackener Pizza informiert sich Doga Nihal Güner über verschiedene Perspektiven für ihre Zukunft. Sie kann sich vorstellen, in einem sozialen oder kreativen Beruf zu arbeiten.

Bei der Back-Veranstaltung kam sie mit einem Zahntechniker ins Gespräch. „Ich sehe mich auch in diesem Beruf“, sagt sie. Im Januar absolviert sie ebenfalls ein Praktikum im medizinischen Bereich. In der Unfallchirurgie wird sie Krankenhausluft schnuppern und sich bestimmt über ihre berufliche Zukunft etwas klarer sein.








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