Freitag, 02.02.2018

Barmherzigkeit ist heute noch Auftrag des Herrn

Leserbrief
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Erika Gente, Goslar, zum Wort zum Sonntag „Gott ist nicht der ferne Gott“ (GZ vom 27. Januar 2018/Eingang: 1. Februar 2018)

 

Als ich am Samstag das „Wort zum Sonntag“ in der GZ las, erfasste mich das Grauen. Die evangelisch- lutherische Marktkirche wollte zeitnah kommentieren. Der Erinnerungstag an den Holocaust sollte unter Gottes Wort gestellt werden. Der letzte Gang ehemaliger KZ-Häftlinge wurde uns nahe gerückt. Und damit die Frage nach Gottes Eingreifen in dieses historische Geschehen. Dass von dem Wärter, der diese Menschen direkt vor ihrem Ende begleiten musste, jedem noch eine Zigarette zugereicht wurde – sollte es den „verlängerten Arm Gottes“ benennen? Mitgefühl und Barmherzigkeit waren damals und sind heute ebenso als Auftrag des Herrn zu sehen.

Aber Nikotin ist – genau wie Alkohol – letztlich ein Betäubungsmittel. Natürlich sind wir dankbar, dass es ebenso die Spritze vor der OP gibt. Nur, wer wagt es noch, das Gebet beim Namen zu nennen?

Der Übergang vom Holocaust-Erinnern zum jetzt bereits beginnenden fröhlichen Karnevalsgeschehen ist nicht gerade einfach.

Es ist gut, dass in den Medien die Fragen nach unserer Gegenwartsgestaltung zunehmen.







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