Donnerstag, 01.11.2018

Aus dem Gruselkopf in den Suppentopf

Halloween-Zeit ist Kürbis-Zeit. Nicht nur weil kalendarisch die Reifezeit dieser wohl größten Beerenfrucht und die Gruselparty zusammen fallen.

Plötzlich trifft man am Kürbisstand auf dem Markt Leute,die sonst eher einen Bogen um diese Feldfrüchte machen würden. Sie wollen sie ja auch nicht essen, sondern nur mit ihnen herumkaspern, gruselige Gesichter aus ihnen schnitzen. „Mit Lebensmittel spielt man nicht“ meinte schon meine Oma – recht hatte sie. Ich bin aber kein Spielverderber und biete einen Kompromiss an. Warum nicht aus dem Innern des Grusel-Kürbisses eine feine Suppe zaubern? In meinem Rezept bevorzuge ich zwar Hokkaidokürbis, die kleine, orangefarbene Sorte, die zu Halloween wenig zum Einsatz kommt. Da sind Early Harvest oder Muskat-Kürbis schon eher die Klassiker für alle Fratzenschnitzer. Aber auch aus diesen Sorten lässt sich die Suppe prima zubereiten.

Seit Jahrtausenden gehört der Kürbis zum Speiseplan der Mittel- und Südamerikaner. Mit der Entdeckung der neuen Welt kam er nach Europa. Sein saftiges Fleisch mit dem nussigen Aroma lässt sich gut mit anderen Zutaten kombinieren. Meine Suppe bekommt eine leicht exotische Note durch die Zugabe von Mango und Ingwer. Benötigt werden: Etwa ein Kilogramm Kürbisfleisch (beim Hokkaido kann die Schale mit verwendet werden, bei allen anderen Sorten nicht), zwei Zwiebeln, eine reife Mango, ein Stück Ingwer (circa ein Zentimeter oder etwas mehr), ein Esslöffel Butter, zwei Teelöffel Currypulver (das englische gelbe), ein halber Liter Gemüsebrühe, hundert Milliliter Orangensaft, eine Prise Zucker, ein Esslöffel Kürbiskerne und ein Achtelliter Sahne. Und so wird es gemacht: In einem Suppentopf die Kürbisstücke und die gewürfelten Zwiebeln in Butter anschwitzen. Ingwer fein reiben und dazugeben, Currypulver darüber stäuben, die geschälte und gewürfelte Mango in den Topf und alles mit dem O-Saft ablöschen. Brühe dazugeben und alles unter gelegentlichem Umrühren etwa 30Minuten köcheln lassen. Anschließend die Suppe mit dem Pürierstab fein zerkleinern und mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken. Wer es etwas reichhaltiger und cremiger haben möchte, gibt etwas Sahne dazu, wer es flüssiger mag, verdünnt mit etwas Brühe.

Die Kürbiskerne werden ohne Fett angeröstet und auf die Suppe im Teller oder Schälchen gestreut. Mit halbsteif geschlagener Sahne noch eine Spur über die Suppenoberfläche ziehen. Fertig. Soll esein Hauptgericht werden, serviere ich einen Garnelenspieß dazu.Dazu werden die Garnelen geschält (es gehen natürlich auch gefrostete oder vorgekochte Garnelen), auf kleine Holzspieße gesteckt und in etwas Olivenöl mit Knoblauch, Ingwer und Chili mariniert. Kurz vor dem Servieren der Suppe die Spieße in etwas Öl braten(die vorgekochten Garnelen nur vorsichtig erwärmen, sonst werden sie zäh) und auf dem Tellerrand anrichten. Schmeckt lecker und macht auch optisch ein bisschen was her.