Montag, 01.01.2018

Aufsicht ist vielfach „für die Katz‘“

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Joachim K. Bredow, Hahausen, zum Artikel „Tausende Beschwerden bei Finanzaufsicht“ (GZ vom 27. Dezember 2017/Eingang: 29. Dezember 2017)

Diese dpa-Meldung wäre meines Erachtens noch aussagefähiger, wenn man anhand einer „Hitliste“ erkennen könnte, welche Versicherer besonders negativ auffallen. Es wäre auch aufschlussreich, wie wenig der Beschwerden erfolgreich waren.

Meiner Kenntnis werden nämlich die meisten Beschwerden als grundlos abgeschmettert. Ähnlich ergeht es Tausenden von Verbrauchern mit dem „Ombudsmann für Versicherungen“, welcher Streitigkeiten vorweg glatt bügeln soll.

Egal, ob Ombudsmann oder Aufsichtsamt – der Bund der Versicherten (BdV) veröffentlichte schon in den 1980er Jahren den denkwürdigen Spruch: „Was ist der Unterschied zwischen einer Hundehütte und dem Aufsichtsamt? Antwort: Die Hundehütte ist für den Hund, das Aufsichtsamt für die Katz!“

Das größte Übel bei klassischen Kapitallebensversicherungen (KLV) und Privatrenten (PRV) ist, dass den Kunden beim Abschluss Nachteile verschwiegen werden, z.B. dass jeder eingezahlte Beitrag sofort Eigentum der Versicherungsgesellschaft wird. Das ist pure Enteignung. So darf der BdV klassische KLV und PRVals „legalen Betrug“ bezeichnen (Urteil des Landgerichts Hamburg vom 3. 6. 1983, Az 74 O 47/83).

Dem schließen wir als Verbraucherverein uns an. Noch gefährlicher für die Privatvorsorge ist der § 89 VVG: Hiernach kann die Bafin eine Auszahlungssperre verhängen (bei unveränderter Beitragspflicht der Kunden), um Pleiten zu verhindern. Die Bafin schützt also eher die Versicherer und weniger die Kunden.








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