Mittwoch, 19.06.2019

Auch mal Wednesday for Future

Anstatt das Gespräch mit den Demo-Teilnehmern zu suchen, ging Bundeskanzlerin Angela Merkel nur kurz an die Absperrung, bevor sie in der Kaiserpfalz auf Goslarer Schüler traf. Umringt von Sicherheitspersonal, Polizei, Schaulustigen und Medienvertretern war anscheinend kein Platz und keine Zeit für einen Dialog mit den rund 100 Demonstranten der „Fridays for Future“-Bewegung.

Den Besuch der Kanzlerin wollten die Schüler nutzen, um die Kritik an der Klimapolitik direkt an oberster Stelle vorzubringen. Bevor die Kundgebung jedoch am Domplatz auf Angela Merkel wartete, zogen die Teilnehmer vom Bahnhof aus durch die Stadt, um dann vom Breiten Tor aus durch die Grünanlagen am Wall, parallel zur B 82, in Richtung Kaiserpfalz geleitet zu werden.

 




„Auf das Ordnungsamt sind wir etwas sauer, da man uns ohne zwingenden Grund die Demoroute auf der Straße nicht gestattet hat. Dabei ist das ja der Sinn einer Demo, mit der man Aufmerksamkeit erregen möchte“, zieht Demoleiter Philipp Rost ein erstes Fazit. Man freue sich aber über die rege Teilnahme. Verschiedene Wortbeiträge verkürzten die Wartezeit in praller Sonne.

Der Deutsche Wetterdienst hatte eine UV-Warnung über ungewöhnlich hohe Werte heraus gegeben – vielleicht auch ein Grund dafür, dass es im Endeffekt deutlich weniger Demonstranten als angekündigt waren.

Philipp Rost rief Merkel von der Bühne noch nach: „Ich möchte, dass Sie die Fragen der Schüler ehrlich beantworten! Und wenn sie schon nichts machen wollen, dann bringen sie denen bitte schonend bei: Ich zerstöre zwar grad Euren Planeten, aber es ist mir egal.“ Ob dieser Appell die Bundeskanzlerin erreicht hat, sei dahin gestellt. Die Entschlossenheit und das Engagement der Demonstranten wird ihr mit Sicherheit aufgefallen sein.