Montag, 09.04.2018

Auch „Dampfen“ ist nicht ohne Risiken

Leserbrief

Der Konsum von E-Zigaretten kann Jugendliche zum Experimentieren mit Tabakzigaretten anregen. Das zeigt eine neue Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Die Zentrale warnt zusätzlich vor E-Zigaretten und (E)-Shishas, die zwar kein Nikotin enthalten, aber deren Risiken für die Gesundheit dennoch nicht unterschätzt werden dürfen.

Für die Studie wurden2186 Zehntklässler, die bislang keinerlei Tabakzigaretten geraucht hatten, über einen Zeitraum von sechs Monaten beobachtet. Zu Studienbeginn gab etwa jeder Siebte an, schon einmal E-Zigaretten probiert zu haben. Zu Studienende zeigte sich, dass 22 Prozent davon mit dem Tabakrauchen begonnen haben. Von den Jugendlichen, die zuvor keinerlei E-Zigaretten-Erfahrung hatten, fingen zehn Prozent mit dem Tabakrauchen an. Durch den regelmäßigen Konsum von E-Zigaretten könne bei Jugendlichen also die Hemmschwelle zum Tabakrauchen sinken.

Präventionserfolg

Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, erklärt: „Bei den 12- bis17-Jährigen liegt die Raucherquote bundesweit mit aktuell 7,4 Prozent auf einem historischen Tiefstand. Die Jugendlichen sind dem Rauchen gegenüber zunehmend kritisch eingestellt. Diesen Präventionserfolg wollen wir weiterhin stabilisieren. Es gilt zu verhindern, dass junge Menschen durch den Konsum von E-Zigaretten und E-Shishas zum Tabakrauchen angeregt werden.“

Deswegen werden verstärkt Informationsangebote und Präventionsmaßnahmen zu den Risiken von E-Produkten angeboten. Anna-Lena Maier vom Goslarer Lukas-Werk, bietet solche Maßnahmen an Schulen an. Sie berichtet, dass sich viele Jugendliche nicht mit E-Zigaretten auskennen und nicht genau wissen, wie sie aufgebaut sind. „Dass Tabakzigaretten gefährlich sind, weiß heutzutage jeder, aber E-Produkte werden von den meisten unterschätzt.“ Bei (E)-Shishas sei beispielsweise der fehlende Filter gefährlich, wodurch die ungesunde Chemikalien direkt in den Körper gelangen können, erklärt Maier.

Trotzdem seien diese Produkte gerade bei Jugendlichen sehr beliebt, obwohl sie eigentlich erst ab 18 Jahren erlaubt sind. „Durch den eindrucksvollen Dampf, der entsteht, wirken sie für sie sehr ansprechend. Durch verschiedene Geschmacksrichtungen, wie Melone oder Erdbeere, schmeckt das Rauchen zudem noch sehr gut“, erzählt sie. Generell seien Jugendliche schlecht zu motivieren, mit dem Rauchen aufzuhören, berichtet die Präventionsfachkraft. „In ihren jungen Jahren merken sie noch nicht, wie schädlich das Rauchen für sie ist. Das kommt erst später mit etwa 40 Jahren, wenn sie direkt von ihrem Arzt aufgefordert werden, aufzuhören“, sagt Anna-Lena Maier.

Das Lukas-Werk bietet einen Rauchfrei-Kurs an, zu dem sich auch Jugendliche anmelden können. In einem mehrwöchigen Projekt soll das Ziel sein, komplett rauchfrei zu leben. Informationen zu dem Angebot findet ihr unter www.neuerkerode.de/gesundheitsdienste unter dem Stichwort Goslar. Telefonisch könnt ihr euch unter (05321) 393620 an das Lukas-Werk wenden.







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