Freitag, 06.11.2020

Auberginen und Paprika sind sich spinnefeind

Manches über Pflanzen weiß ich immer noch nicht, auch wenn meine Kolleginnen und Kollegen mich oft fragen, was denn das für eine Pflanze da auf diesem oder jenem Leserfoto sei. Viele kenne ich, und wenn ich sie nicht kenne, hilft meist die Bildersuche bei „Tante Google“. 

Rote Bete (rechts) habe ich zwar geerntet, aber dieses Exemplar ist noch eines der wenigen faustgroßen Exemplare auf meinem Beet.
Aber die „Charaktereigenschaften“ der grünen Lebewesen sind mir eben nicht alle gegenwärtig, auch wenn ich sie schon jahrelang in meinem Garten habe oder schon ewig jedes Jahr aufs Neue anbaue. So wie meine Auberginen in diesem Jahr: Erst als die Ernte schon gelaufen war, stieß ich in einem Gartenratgeber auf den Tipp, Auberginen nicht in direkter Nachbarschaft zu Paprika anzubauen.

Da fiel es mir auf: Die Auberginen standen in diesem Jahr im Gewächshaus dicht neben Paprikapflanzen, wollten erst nicht so richtig wachsen und brachten dann auch lange nicht so viele Früchte hervor wie sonst immer. Eigentlich hätte es mir vorher klar sein müssen: Beide gehören zur Familie der Nachtschattengewächse. Und verschiedene Pflanzen aus einer Familie sind sich eben spinnefeind im Beet.

Unerwartetes Ernteglück hatte ich dagegen mit meinen 25 Tomatenpflanzen. Trotz der kühlen Zeit im Frühsommer setzten sie reichlich Früchte an und starteten so richtig durch, als es im August dann sonnig und heiß wurde. Mitte Oktober nahm ich die letzten grünen Tomaten ab, um sie im Haus nachreifen zu lassen: Gut, dass ich einen großen Korb gewählt hatte, denn es kamen noch elf Kilogramm zusammen. Das Wachstum meiner Tomaten ließ vielleicht auch deswegen nicht zu wünschen übrig, weil zu ihren Füßen einige Basilikumstauden standen. Das Vorratsregal im Keller ist jedenfalls gut gefüllt mit Gläsern voll Sauce und Ketchup. (Gefreut habe ich mich übrigens auch über die Fotos und Berichte der Leserinnen und Leser, die im Mai Tomatenpflanzen bei meiner Verlosung gewonnen hatten. Danke dafür!)

Wuchernde Gurken

Auch die Paprika und Chili im Gewächshaus warfen in diesem Jahr einen guten Ertrag von mehreren Kilogramm ab. Die drei Gurkenpflanzen wucherten nach anfänglichem Kampf gegen den Mehltau so stark, dass ich sogar meine Redaktionskolleginnen und -kollegen davon mitversorgen konnte. Auch Bohnen gab es auf dem Hochbeet in Hülle und Fülle.

Aber es gab auch Gemüse, das in diesem Jahr anscheinend mit den Temperaturunterschieden und besonders mit der Hitze im August nicht gut klar kam. So hatte ich Mangold nur für eine einzige Mahlzeit zu zweit. Die Rote Bete steht zwar noch auf dem Hochbeet, aber so richtig schön sind die Knollen nicht. Pastinaken liefen fast gar nicht auf: Drei Stück wuchsen bis zur Erntereife. Mit Erbsen, Möhren und Salaten ging es besser. Aber diese sind ja auch fast unverwüstlich, ganz egal wie das Wetter ist. Die Kürbis- und Zucchinipflanzen blühten, was das Zeug hielt, Früchte gab es aber nur in mittleren Maßen. Kein Vergleich zu den Schwemmen vergangener Jahre...

Im Keller stehen nun auch wieder Gläser und Flaschen mit Sauerkirschen- und Mirabellenlikör sowie Marmelade. Beide Bäume trugen viele Früchte, im Gegensatz zu meinen beiden Apfelbäumen.

Um die Stämme aller Obstbäume habe ich übrigens Leimbänder gelegt: Diese sollen ihnen den Frostspanner von der Rinde fernhalten. Vielleicht hilft’s ja, und ich kann im nächsten Jahr mehr Äpfel pflücken. Haben Sie Fragen oder Anregungen zu Gartenthemen? Ich freue mich über Ihre E-Mail an die christina.borchers(at)goslarsche-zeitung.de.