Donnerstag, 06.09.2018

Atmosphäre in Schierke hat bereits stark gelitten

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Ellen Renne, Tangermünde, zum Artikel „Stadt prüft Zuschuss für Seilbahnplaner“ (GZ vom 29. August 2018)

Schierke soll mit allen Mitteln und Wegen ein noch größerer „Touristen-Magnet“ werden. Auf die zirka 650 Einwohner kommen heute bereits zirka 200.000 Übernachtungen im Jahr. Den Einwohnern genügt das nicht, der Investor will Geld verdienen, da werden Meteorologen, Biologen und Fachleute des Ski-Tourismus gern ignoriert, die alle sagen „die Zeit dafür ist vorbei“!

Wenn diese mahnenden Worte von Menschen ignoriert werden, die nicht genug Geld verdienen können, ist das das eine, werden Sachverständige von politischen Entscheidungsträgern ignoriert, die „Schaden vom deutschen Volk abwenden...“ sollen, wird es gefährlich.

Womit man da Geld verdienen will, Skilift und Beschneiungsanlage, bedeutet nicht nur eine massive Zerstörung der vorhandenen Natur, sondern hat durch den Betrieb selbst auch zukünftig klimaschädliche Wirkung.

Aber nicht nur aus ökologischer Sicht ist dieses Projekt nicht mehr zeitgemäß. In anderen stark frequentierten Regionen haben sich weitere negative Begleiterscheinungen gezeigt. Die Natur verkraftet die „überdosierte“ Touristenflut nicht mehr und geht zu Grunde. Zahlreiche Naturschauplätze werden nur noch für eine bestimmte Besucherzahl am Tag geöffnet, um Schäden in Grenzen zu halten.

Orte, in denen es mehr Touristen als Einwohner gibt, verlieren ihre Identität, werden zu einem „Tourismus-Park“, Massenabfertigung für Bespaßung, Essen, Schlafen. Die Touristen sind nach Schierke gekommen, um die Ruhe im Bergdorf und die Natur zu genießen. Diese Atmosphäre hat bereits stark gelitten, Parkhaus, breite Straße durch ein Dorf, Lärm aus der „Arena“.

Bleibt abzuwarten, ob das Winterbergprojekt auch so viele Touristen anzieht, wie die Natur bisher. Für uns Wanderer ist Schierke dann nicht mehr relevant als Reiseziel.








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