Freitag, 08.02.2019

Arnd wirkt momentan mit sich im Reinen

Die Heimweltcups sind Vergangenheit, und wieder können wir auf spannende Rennen und ein großes Spektakel zurückblicken. In Oberhof war von Wind und Schneefall bis zu Regen und Nebel abermals die gesamte Bandbreite des Wetters dabei und hat es allen Beteiligten nicht leicht gemacht.

Aber das schreckt ja bekanntlicherweise den hartgesottenen Fan nicht ab und es herrschte wieder eine gigantische Stimmung im Stadion und an der Strecke. In Ruhpolding undAntholz hieß es dann „Winterwonderland“, und eine bessere Werbung kann es für den Biathlonsport nicht geben! Ich durfte in Thüringen und im Chiemgau selbst vor Ort sein und hatte wirklich Gänsehaut.

Arnd hat auch an den drei Januarwochenenden wieder seine Stellung als Nummer eins im deutschen Team eindrucksvoll unter Beweis gestellt und grandiose Rennen in Serie abgeliefert. Auf mich wirkt er momentan einfach sehr mit sich im Reinen und diese Zufriedenheit und Gelassenheit wandelt er in hohes Selbstvertrauen um. Der Kopf hat im Biathlon eben einen hohen Stellenwert.

Nach dem Trubel vor Tausenden von Fans erwartet uns jetzt wahrscheinlich das komplette Gegenteil, denn die Übersee-Weltcups stehen vor der Tür. Hier ist das Interesse für Biathlon nicht wie bei uns zu vergleichen, aber dennoch herrscht immer eine sehr tolle und angenehm positive Stimmung der wenigen, aber begeisterten Fans.

Ich persönlich habe die Rennen in Nordamerika immer besonders gemocht, was mehrere Gründe hatte. Zunächst hat mich die Natur und die Herzlichkeit Kanadas beeindruckt und landschaftlich ist Canmore wahrscheinlich einer der schönsten Plätze der Erde, aber dazu kam ich auch mit der Zeitverschiebung in diese Richtung verhältnismäßig gut klar. Hier hat natürlich jeder seine Präferenzen und Arnd zum Beispiel mag tendenziell die Reisen ostwärts lieber, bei denen ich mich immer schwer getan habe. Insofern spielt das Thema Jetlag sicher auch eine Rolle für die Ergebnisse der nächsten Rennen.

Ein weiterer Punkt ist der ganz besondere Schnee auf dem amerikanischen Kontinent. Dieser ist irgendwie trockener oder weist eine andere Kristallstruktur auf. In jedem Fall kamen bei mir immer Ski zum Einsatz, die ich davor und danach nie wieder im Wettkampf unter den Füßen hatte.

Wie ihr seht, warten spannende Rennen auf uns, die wieder neue Aspekte mit sich bringen. Ich freue mich schon sehr und bin mir sicher, dass unser Team bestens eingestimmt ist. Spannend wird zu sehen sein, wie Simon Schempp zurück kommt und wie Arnd seine tolle Form kompensieren konnte. Ich wäre gern dabei, aber zum Glück können wir ja auch bei uns zurzeit die schmalen Bretter anschnallen! Also bleibt sportlich und bis bald, euer Daniel!

Daniel Böhm (32) vom SC Buntenbock war Weltmeister mit der deutschen Staffel 2015 und holte 2014 Olympia-Silber. Böhm lebt jetzt in Fischbachau bei Rosenheim und wird für die GZ in lockeren Abständen die Biathlon-Saison begleiten.