Freitag, 15.11.2019

Arbeiten, ohne Geld zu verlangen

Leserbrief

Goslar. Adventsbasteln oder nach der Schule im Tierheim helfen: Ehrenamtliche Arbeiten sind auch bei Jugendlichen eine beliebte Freizeitbeschäftigung. In Deutschland betätigen sich laut Innenministerium 45 Prozent der Bevölkerung regelmäßig oder gelegentlich ehrenamtlich.

Gerade für Jugendliche kann es manchmal schwierig sein, ein für sie passendes Ehrenamt zu finden. In Goslar finden viele freiwillige Angebote, wie das Vorlesen in Kindergärten, häufig vormittags statt und zu dieser Zeit haben nur wenige Jugendliche frei, erklärt die Leiterin der Freiwilligen-Agentur Marion Bergholz.

Trotzdem gibt es Möglichkeiten sich ehrenamtlich zu engagieren, zum Beispiel in Kirchengemeinden oder der Freiwilligen Feuerwehr. Die Pfarrerinnen Dagmar Reumke und Melanie Grauer der Gemeinde St. Georg bezeichnen das Ehrenamt der Jugendlichen als eine Win-Win-Situation, da diese nicht nur Erfahrungen sammeln und lernen, Verantwortung zu übernehmen, sondern die Gemeinde auch bei Projekten, wie dem Konfirmandenunterricht, unterstützen und Energie sowie neue Ideen mit einbringen.

Die Freiwilligen-Agentur Goslar gibt als Gründe für eine ehrenamtliche Beschäftigung zum Beispiel an, seine Freizeit sinnvoll zu gestalten, die Möglichkeit neue Menschen kennen zulernen und die Gesellschaft zu verbessern.

Doch aus welchen Gründen üben Jugendliche überhaupt eine ehrenamtliche Tätigkeit aus? Vier Jugendliche, die sich freiwillig engagieren, haben ihre Motivation erklärt.

„Unfassbar viel Spaß“

Maja Hellberg ist seit ungefähr drei Jahren freiwillig in der Kirchengemeinde Othfresen aktiv, wo sie die Kinderkirche mitbetreut. Nachdem sie am Konfirmanden-Ferienseminar teilgenommen hat, blieb ihr Interesse. „Es macht einfach nur unfassbar viel Spaß, mit seinen Freunden etwas zu erleben und anderen eine schöne Zeit zu bereiten.“, erklärt sie ihre Beschäftigung.

Auch Lena Besecke ist ehrenamtlich aktiv. Seit ungefähr einem Jahr hilft sie einmal die Woche in der Kita Ohlhof aus, indem sie auf die Kinder aufpasst. Nach ihrem Praktikum dort, entschied sie sich, auch weiterhin im Kindergarten zu helfen. „Es macht mir Spaß, mit den Kindern zu arbeiten und Kindergärtnerin ist auch mein Traumberuf“, erklärt sie ihre Motivation für diese Nachmittagsbeschäftigung.

Bei der Freiwilligen Feuerwehr ist Lina Arnecke bereits seit mehr als sechs Jahren, weil sich ihre Familie ebenfalls bei der Feuerwehr engagiert. Auf die Frage, warum sie sich dort einsetzt, antwortet sie: „Weil man anderen Menschen helfen kann, man in einer Gemeinschaft ist und neue Sachen und Fähigkeiten für viele Lebensbereiche lernt, wie Erste Hilfe.“

Louisa Kolle ist seit 2017 ehrenamtlich als Teamerin bei den Gemeinden der Frankenberger und der Marktkirche aktiv. Nachdem sie am Konfirmanden-Ferienseminar teilgenommen und im Kirchenchor gesungen hat, blieb sie bei der Beschäftigung. Als Gründe dafür nennt sie unter anderem: „Mir macht es Spaß und ich finde es schön, mit Kindern zu arbeiten. Ich mag Religion und mit anderen Menschen im Kontakt zu sein.“ Die Gründe für die Beteiligung an einem Ehrenamt sind also ganz unterschiedlich.

Das passende Ehrenamt

Wer Erfahrungen in einem ehrenamtlichen Projekt sammeln möchte, kann sich über die Möglichkeiten in dem Prospekt „Markt der Möglichkeiten“ der Freiwilligen-Agentur Goslar, der sich auch auf deren Homepage finden lässt, informieren. Darin werden die Angebote und damit verbundenen Tätigkeiten beschrieben.

Auch wenn man nicht weiß, in welche Richtung das Ehrenamt gehen soll, kann man sich bei der Freiwilligen-Agentur beraten lassen. Dabei kann es sich zum Beispiel auch um Aufgaben bei Sportvereinen handeln, zum Beispiel als Trainer.









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