Freitag, 01.03.2019

Arbeiten in Island und Spanien

Leserbrief

Goslar. Ausbildung oder Studium nicht nur in Deutschland verbringen, sondern Erfahrungen in Spanien, Island oder Frankreich sammeln: Das erlebten angehende Industriekaufleute der Berufsbildenden Schulen (BBS) Goslar.

Die Berufsschüler bekamen am Donnerstag ihre Zertifikate für die Teilnahme am EU-Förderungsprogramm „Erasmus+“. „Das Projekt ist der beste Weg, um andere Menschen und Kulturen kennenzulernen“, meint Auszubildende Maren Achilles.

Sprache verbessert

Zusammen mit Lena Organiszak hat Achilles im Herbst vergangenen Jahres vier Wochen an der Ostküste Islands verbracht. Die Auszubildenden absolvierten ein Praktikum bei einem Werkzeuggroßhändler und besuchten Schulen. Auch eine neue Internetseite für künftige Erasmus-Gäste entstand in dieser Zeit. Der Austausch mit den Isländern sei interessant gewesen, erzählt Lena Organiszak: „Vor allem die jüngeren Kinder wollten, dass wir Isländisch lernen“, – keine ganz einfache Aufgabe. Am Ende hätten sie deshalb vor allem ihr Englisch verbessert. Das konnten sie gleich bei einer englischen Präsentation und einem Videoanruf nach Island beweisen.


Ähnlich geht es Sarah Kramme und Elias Volkmer nach drei Wochen in Valencia in Spanien. „Es ist wichtig, dass die Leute im Zielland Englisch sprechen. Bei manchen Spaniern war das schwierig“, erzählt Elias Volkmer. Die Unterschiede der spanischen Schulen zur dualen Ausbildung in Deutschland seien groß: „Die Spanier konnten nicht glauben, dass wir zur Schule gehen, arbeiten und dafür Geld bekommen“, sagt Sarah Kramme.

Betriebe müssen Azubis freistellen

Für die Zeit des Praktikums müssen die Betriebe ihre Auszubildenden freistellen. Aber auch sie profitieren: „Es bringt den Auszubildenden etwas und damit auch uns. Wir können mit dieser Möglichkeit in der Stellenanzeige werben“, sagt Kathleen Lahmann von der Firma „Dr. Freist Automotive“. Sie betreut Maren Achilles in ihrer Ausbildung. Die Berufsschüler haben nicht nur Kontakte geknüpft: Sie haben nun einen „Europass Mobilität“, den sie an künftige Bewerbungen anhängen können.

Die BBS in Goslar sind Anfang 2017 in das Programm „Erasmus+“ eingestiegen. Der Austausch mit Island war ein Pioniersprojekt: „Ein Glücksgriff“, sagt Lehrer Andreas Ude. Die Kooperation habe sich zufällig ergeben, als zwei isländische Lehrer die BBS besuchten. Es sei schwierig, zuverlässige Kontakte aufzubauen, meint Ude. Umso wichtiger sei die neue Kooperation.








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