Freitag, 28.09.2018

Alles nur ein Gag: „Scrabble“ bleibt „Scrabble“

Leserbrief

Eingefleischte „Scrabble“-Fans können aufatmen: Die Spielwarenfirma „Mattel“ meinte die Namensänderung ihres Buchstaben-Klassikers nicht ernst. Anfang der Woche verbreitete sich die Meldung, dass der alte Namen nach 70 Jahren ausgedient hätte, wie ein Lauffeuer.

Es müsse etwas Neues her, hieß es von der Firma, am besten in Jugendsprache, damit die Generation von heute angesprochen wird. Das gruselige Ergebnis, das in der Bevölkerung ein Schaudern auslöste, lautete „Buchstaben-YOLO“.

Prominente Unterstützung

Um die Werbetrommel noch mehr anzurühren, war auch ein vermeintlicher Star mit von der Partie: Aber auch der peinliche Werbespot mit dem Rapper „MC Fitti“ war nicht ernst gemeint.

Doch was soll das? Was ist der Grund, „Scrabble“-Fans so hinters Licht zu führen? Ganz einfach: Marketing. Der Spielwarenhersteller hat es geschafft, in den vergangenen Tagen in so gut wie jeder Zeitung und auf jedem Nachrichtenportal im Internet präsent zu sein.

Anlässlich des 70. Geburtstages von „Scrabble“ griffen die Marketing-Verantwortlichen zu einer unkonventionellen Werbemethode, damit ganz Deutschland über das Buchstaben-Spiel redet. Das heißt, die Experten hatten genau mit dieser Reaktion der Netzgemeinde gerechnet und der „Shitstorm“ war einkalkuliert.

Aktion ging viral

Das Ziel ihrer Kampagne haben sie in Zusammenarbeit mit der Agentur „Dojo“, die für unkonventionelle Werbung bekannt ist, auf jeden Fall erreicht. Das Unternehmen hat allen Grund stolz zu sein, dass es mit seiner Aktion so viral gegangen ist.

Doch jetzt im Nachhinein scheiden sich die Geister, ob die erfundene Verjüngungskur von „Scrabble“ notwendig und lustig ist. Gerade in Zeiten von Fake News könnte eine solche Aktion ziemlich nach hinten losgehen. Experten sehen es als problematisch an, dass „Mattel“ die Namensänderung in einer offiziellen Pressemitteilung und sogar in einem Telefongespräch mit der Redaktion von „Jetzt“ bestätigt hat.

Etwas Gutes hatte der Werbe-Gag der Spielwarenfirma aber doch noch: Er hat die Menschen im Internet angeregt, kreativ zu werden. Wenn „Scrabble“ zu „Buchstaben-YOLO“ wird, warum sollte „Monopoly“ nicht zu „Gönn dir“ und, „Scotland Yard“ nicht zu „Fang den Lauch“ werden. Dann könnte „Mensch ärger dich nicht“ doch auch zu „Chill mal deine Base, Alter“ werden. So hatten wir im Internet auf jeden Fall etwas zum Schmunzeln.








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