Dienstag, 15.12.2020

Advent mit Genüssen aus dem eigenen Garten

Mein Ehrgeiz bezüglich eines perfekten Gartens hält sich bekanntlich in Grenzen. Stattdessen konzentriere ich mich darauf, auch im tiefsten Winter noch frische Salate und Gemüse auf den Tisch des Hauses zu bringen. Das gelingt mir immer besser, je länger ich mich mit dem Thema des Wintergärtnerns befasse. In diesem Jahr habe ich Palmkohl und Pastinaken sowie Rucola auf dem Hochbeet. Die Endivien habe ich allerdings vor dem ersten Frost in die Sicherheit meines neuen Gewächshauses gebracht. Sie überstehen zwar mal eine einzelne Nacht mit leichten Minusgraden. Bei dauerhaftem Nachtfrost machen sie aber schlapp.

Deshalb habe ich sie gerodet, als meine Wetter-App auf dem Smartphone einige kalte Nächte in Folge ankündigte. Die samt Wurzelballen ausgegrabenen Salatköpfe habe ich vorsichtig in Zeitungspapier gewickelt und nebeneinander in einen großen Topf gestellt. Damit die Pflanzen nicht austrocknen, habe ich ein wenig Wasser in den Topf gegossen. Dieses wird vom Zeitungspapier gut aufgesaugt und rundum an die Salatblätter und die Wurzeln abgegeben. Den Topf könnte ich, hätte ich kein Gewächshaus, auch in meinen Keller stellen. Dort stehen schon zwei Eimer, einer mit Rote Bete und einer mit den letzten Möhren. Auch diese Gemüse lassen sich gut lagern, solange sie es kühl haben und eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Das ist in meinem alten Sandsteinkeller optimal gegeben.

Wer einen solchen Keller nicht hat, kann Gemüse und Salate trotzdem lagern: zum Beispiel in Kisten. Die kann man sogar auf den Balkon stellen. Man nimmt dazu eine ausreichend große Holz- oder Styroporkiste. Auch Plastikboxen, etwa ein Baukübel mit Deckel, sind geeignet. Sie brauchen im Deckel allerdings eine Entlüftungsmöglichkeit, ein Loch mit einem Stück Schlauch darin tut‘s schon. Die Kiste wird mit Stroh ausgekleidet (bei Styropor nicht nötig) und mit leicht feuchtem Sand gefüllt (einfacher Bausand reicht schon). Das Gemüse wird schichtweise hinein gelegt, jede Schicht mit Sand bedeckt. Auch Sellerie, Petersilienwurzel, Steckrüben und Rettich eignen sich zum Einlagern. Solche Gemüse kann man in Gefäßen aufheben, die bis zum Rand in der Erde eingegraben werden. Erfahrung habe ich persönlich damit noch nicht gesammelt, aber einschlägige Foren und Seiten im Internet geben dazu Tipps. Demnach sind dafür große Töpfe, Fässer, Maurerkübel oder auch alte Milchkannen geeignet, in die man vorher kleine Löcher bohren sollte. Auf den Boden kommt eine

Drainageschicht, am besten aus Blähton. So bleibt das Gemüse trocken und schimmelt nicht. Auf den gefüllten Behälter einen Deckel als Regenschutz legen und diesen mit Steinen beschweren. Eine Abdeckung mit Tannenzweigen, Laub oder Stroh schützt zusätzlich vor Frost.

Auch Kürbisse können bei kühler Umgebung lange gelagert werden, sie vertragen allerdings Temperaturen unter zehn Grad Celsius nicht. Daher ist für sie ein Platz im Treppenhaus gut geeignet.

Alles, was sich nicht lagern lässt, etwa Tomaten, kommt bei mir in den Dörrautomaten oder wird eingemacht. So habe ich im Winter immer einen großen Vorrat an selbst gemachter Tomatensoße, und getrocknete, mit Kräutern gewürzte Tomaten tragen als Snack dazu bei, dass meine Familie auch außerhalb der Saison auf den vollmundigen Geschmack sonnenreifer Früchte nicht verzichten muss.

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie mir einfach eine E-Mail unter der Adresse: christina.borchers(at)goslarsche-zeitung.de.