Montag, 28.10.2019

Adrenaline und die nervigen alten Männer

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Es dunkelt bereits, als sich drei geheimnisvolle Gestalten „dischkret wie der Maulwurf“ Häuptling Majestix‘ Haus nähern. Zwei erkennt Gergovia-Veteran und Dorfältester Methusalix auf Anhieb: Die Averner-Häuptlinge Monolitix und Mausklix. Wen die Beiden dabei haben, das ist allerdings von höchster Brisanz und Wichtigkeit für den gallischen Widerstand gegen Caesar. Sie wollen niemand anderen als die Tochter des Vercingetorix in dem kleinen rebellischen Dorf am Meer verstecken, bis sie nach Britannien weitergeschleust werden kann.

Doch Adrenaline, die den Wendelring ihres berühmten Vaters am Hals trägt, ist nicht begeistert davon. Ohnehin gehen der Teenagerin die ganzen alten Männer und ihre Ideen auf den Geist. Und sie trägt Hosen – Kleider kommen ihr nicht in die Tüte. Doch nicht nur von ihren gallischen Landsleuten ist sie genervt. Auch Julius Caesar, der sie zu einer waschechten Römerin erziehen will, kann ihr gestohlen bleiben. Asterix und Obelix werden abgestellt, um auf Adrenaline aufzupassen. Klar, dass ihr das nicht passt. In der Dorfjugend findet sie Verbündete, die ihr helfen, das zu tun, wofür sie berüchtigt ist: ausbüxen. Denn die junge Generation im Dorf ist von den Alten und ihrem nicht nachhaltigen „Wildschweinsystem“ wenig begeistert. Und wer weiß, was für Sachen in diesem Zaubertrank überhaupt drin sind...

Band 38 der Asterix-Reihe arbeitet mit der klassischen Mischung aus treffsicherem, zeitkritischem Humor und Latein-Zitaten. Erstmals haben die Autoren auch versucht, eine weibliche Jugendliche in den Fokus der Geschichte zu setzten. In dem Hinterfragen des „Wildschweinsystems“ kann man mit etwas gutem Willen auch eine Anspielung an die aktuelle Klimaschutzbewegung sehen. Ein Generationenkonflikt bei den Galliern ist jedenfalls bemerkbar. Ob auf diese Weise der von den Autoren gewollte „frische Wind“ in die Serie kommt, sei dahin gestellt. blz

Asterix Band 38 „Die Tochter des Vercingetorix“ von Jean-Yves Ferri und Didier Conrad, Verlag Egmont Ehapa, ab 6,90 Euro, erschienen am 24. Oktober.









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