Sonntag, 29.12.2019

2019: Zweite Hälfte ist wieder warm und zu trocken

Während im Frühjahr und Frühsommer milde Temperaturen herrschten und eine gute Gemüseanzucht möglich war, folgten schon ab Juni hochsommerliche Wetterverhältnisse, was eine regelmäßige Pflege und vor allem ein entsprechendes „Gießmanagement“ erforderlich machte. Wie schon 2018 war der Sommer extrem trocken. Wer keine ausreichenden Regenwassermengen speichern konnte, musst schon früh auf Leitungswasser umsteigen, um die Ernte zu sichern. 

Dass ich schon im April/Mai dazu übergegangen war, den Rasen nicht zu mähen, bescherte mir in der sommerlichen Trockenphase einen relativ saftig grünen Bewuchs, während anderenorts der Rasen wieder stellenweise gelb wurde. Nur der Mehltau machte sich beim Kürbis und auf den Zucchini breit – Folge heißer Tage und kühler Nächte. Erst im Herbst kam der ersehnte Regen. Ende Oktober und im November gab es kurzzeitig leichten Frost, aber dann folgten milde Temperaturen bis weit in den Dezember hinein, sodass ich neben dem Wintergemüse noch immer Asiasalate und Möhren auf dem Hochbeet habe. Gegen Nachtfröste sind sie mit Vlies abgedeckt.

Aber der Reihe nach: Im Juni, noch bei angenehmen Temperaturen und bei trockenem Wetter, ging der GZ-Gartentag unter der schon bekannten Überschrift „Tag der offenen Gartenpforte“ über die Bühne, der wiederum von zahlreichen Gartenfans zum regen Gedankenaustausch genutzt wurde. Alte und neue Gastgeber und Gastgeberinnen öffneten ihre Gartenpforten und sammelten dem britischen Vorbild gemäß auch Spenden für wohltätige Zwecke. Im Juli reihte ich mich bei der GZ-Reihe „Thema der Woche“ ein und gab Tipps für einen pflegeleichten und zudem insektenfreundlichen Garten, um dem immer mehr um sich greifenden Trend der „Schottergärten“ entgegenzutreten. Den das sind für mich einfach „Gärten des Grauens“, wie der in dieser Serie empfohlene, gleichnamige Buchtitel lautet.

Doch alle Bemühungen, die richtigen Pflanzen für Insekten (oder auch nur für das eigene Wohlgefallen) zu setzen, können fehlschlagen, wenn die Erde im Beet oder das Substrat im Topf nicht das Richtige ist. Deshalb habe ich im August meine Erfahrungen mit dieser unverzichtbaren Ernährungsgrundlage für Pflanzen weitergegeben.

Weil in Goslar im Sommer Hortensien in Mengen gestohlen oder zumindest von unbekannten Tätern arg beschnitten wurden, widmete ich mich im September dem Thema „Hortensienklau“ und der Frage, wieso diese Blume mit dem doch etwas altmodischen Image so viele Liebhaber hat. Dabei stellte sich heraus, dass den Blüten eine berauschende Wirkung zugeschrieben wird, wenn sie getrocknet und dann als Beimischung zu Tabak geraucht werden. Dieser Rausch, so das Ergebnis meiner Recherchen, rührt aber mitnichten von Stoffen her, die auch in Marihuana oder Haschisch enthalten sind, sondern von der Blausäure, die in den Pflanzen enthalten ist. Diese Blausäure kann jedoch lebensgefährlich werden, denn sie dockt im Blut an die roten Blutkörperchen an und führt so – in entsprechender Dosis konsumiert – zu innerem Ersticken. Das Blut kann dann nämlich den eingeatmeten Sauerstoff nicht mehr aufnehmen.

Im Oktober erhielt ich eine Anfrage, ob ich nicht mal Tipps geben könne, wie man seine Bäume vor Sturm schützen kann. Gesagt, getan: Anhand meiner Mirabelle schilderte ich, wie man Kronen so ausschneidet, dass sie einerseits starken Winden trotzen können und andererseits reiche Ernte bringen. Dabei muss man sich allerdings entscheiden. Bei den meisten Obstbäumen führt ein Schnitt im Herbst dazu, dass sie im Frühjahr zwar viele Triebe, aber kaum Blüten bilden. Ein Schnitt im Frühling ist deshalb eigentlich der beste Zeitpunkt. Wer diesen versäumt, kann aber mit einem Herbstschnitt zumindest die Krone entlasten.

Im November ging es dann wieder um erfreulichere Dinge, ich stellte den hierzulande nicht so bekannten Schwarzkohl vor. Meine toskanische Sorte „Nero di Toscana“ bringt übrigens immer noch reichlich Blätter für Suppen und Beilagengerichten hervor. Und in der Adventszeit schwelgte ich dann in Deko-Ideen, die mit Zutaten aus dem Garten – etwa Efeu- oder Weinranken, zweigen von Eibe und Fichte und anderen Naturmaterialien – sowie hübschen Dingen aus der Weihnachtskiste schnell zu realisieren waren.