Freitag, 27.12.2019

2019: Einsatz am Hochbeet, Pause für Rasenmäher

Insgesamt gesehen ist das Gartenjahr 2019 dem davor ganz ähnlich. Zwar ist es im Januar nicht ganz so nass wie 2018, aber Schnee gibt es auch nicht. Draußen kann man kaum etwas tun, deshalb befasse ich mich mit meinen Zimmerpflanzen, allen voran der Ritterstern, botanisch Hippeastrum (große rote Blüte rechts). Seine riesigen Blüten bereichern das Blumenfenster mit knalligem Rot, vornehmem Weiß oder zart rosa-weiß gestreiften Blütenblättern. 

Schon vor Weihnachten werden die Zwiebelblumen verkauft und erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Über den Sommer (nach den Eisheiligen im Mai) stellt man sie am besten nach draußen an einen schattigen, geschützten Platz. Dann blüht sie nach einer Ruhepause (September bis November) und einer Umtopfaktion (spätestens Anfang Dezember) wieder neu.

Disteln sind insektenfreundliche Stauden, die auch Hitze vertragen.
Aber die Pflanze, meist Amaryllis genannt, ist mehr und mehr zu einem Wegwerfprodukt geworden. In eine dicke Wachsschicht eingesperrt, braucht man sie zwar nie zu gießen, dafür haucht sie ihr Leben aber nach der Blüte endgültig aus.

Um neue Gartentrends kümmere ich mich einer Anregung aus dem Leserkreis wegen im Februar. Dabei wird klar, dass mein naturnaher Garten dem Zeitgeist voll entspricht. Denn ich praktiziere seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten, was vielen Hobbygärtnern erst seit Kurzem bewusst wird: Es ist manchmal besser, die Finger vom Garten zu lassen und sich mit einem guten Buch in die Hängematte zu legen, als Beete, Wege und Rasenflächen ständig unkrautfrei und ordentlich aufgeräumt zu halten. Der naturnahe Garten, in dem auch wilde Pflanzen wie die Nachtkerze vagabundieren dürfen, ist nämlich immer auch insektenfreundlich. Und ein solcher Garten ist angesichts des andauernden Bienensterbens total angesagt. Schließlich sorgen die Hautflügler dafür, dass man im Sommer Beeren und im Herbst Äpfel ernten kann. Unter anderem...

Was Besuchern in meinem Garten sofort ins Auge springt, ist das Hochbeet. Es ruft immer wieder Erstaunen hervor, wie viele verschiedene Gemüse und Salate ich auf den knapp acht Quadratmetern Fläche ernte, und das auch in nicht unbeachtlicher Menge. Deshalb beschäftige ich mich zu Saisonbeginn im März besonders damit, das Hochbeet wieder in Schuss zu bringen.

Auf der kleinen Fläche lässt sich Gemüse gut anbauen, weil durch die Verrottung der verschiedenen Materialschichten Wärme entsteht. Dadurch kann schon früh gesät und über den ganzen Sommer bis in den Herbst sehr effizient gearbeitet werden. Dazu kommt: Es ist rückenfreundlich.

Für alle, die ein Hochbeet ausprobieren wollen: Kaufen Sie erst einmal einen einfachen Komposter aus Holz. Die gibt es schon ab knapp 20 Euro. Wenn Sie die Latten an einem vollsonnigen Platz im Garten ineinander gesteckt haben, tackern Sie an der obersten Lattenreihe Unkrautvlies fest (damit die Erde nicht durch die Ritzen fällt). Wichtig ist auf jeden Fall auch noch, den Boden im Kompostrahmen mit Kaninchendraht vor ungebetenen Gästen wie Wühlmäusen und Maulwürfen zu schützen. Die Befüllung erfolgt schichtweise mit grobem Strauchschnitt, halb ver-rottetem Kompost und reifem Kompost oder auch gekaufter Gemüseerde. Anbauen kann man auch in einem solchen „Versuchs-Hochbeet“ eigentlich alles, aber man sollte wegen des begrenzten Platzes zunächst nur kleine Gemüse wählen. Es bieten sich besonders schnell wachsende Gemüse wie Radieschen und mehrfach zu beerntende wie Erbsen oder Bohnen an. Auch Pflücksalate sind eine gute Wahl. Radieschen und Salate lassen sich zudem den ganzen Sommer über immer wieder nachsäen.

Die Auberginenpflanzen haben zwar geblüht und auch Früchte hervorgebracht. Weil sie diesmal neben Paprika standen, fiel die Ernte aber nicht üppig aus. Fotos. Borchers

Stichwort Sommer: Wer gern laue Abende draußen im Garten verbringt und auch mal mit Freunden feiern möchte, ohne dass der Nachbar gleich mitbekommt, was auf dem Teller liegt, der braucht beizeiten einen Sichtschutz. Im April ist es fast schon ein wenig spät, sich darum zu kümmern, zumindest wenn der Sichtschutz aus Pflanzen bestehen soll. Aber es gibt ja auch noch andere Möglichkeiten. Schnelle Lösungen für den kleinen Geldbeutel sind ebenso zu haben wie solche, die von Dauer sind und dann aber auch mehr Geld kosten. Die Palette reicht von Bauwerken wie Mauern und Zäunen bis hin zu Spalieren, Rankhilfen und Pergolen oder frei stehenden, blühenden Sträuchern. Auch einjährige Blühpflanzen wie Duftwicken kommen in Frage. Bei größeren Projekten darf man die vorgeschriebenen Grenzabstände beachten. Informationen dazu finden sich im Niedersächsischen Nachbarrechtsgesetz.

Im Frühsommer legt der Rasen einen Wachstumsschub hin. Spätestens, wenn die Krokusse und Narzissen im Mai endgültig verblüht sind, muss der Rasenmäher wieder hervorgeholt werden. Ich habe das dieses Jahr anders gemacht: Der Rasenmäher blieb überwiegend im Schuppen und wurde nur Anfang Juni und im September je einmal benutzt. Ziel: eine größere Vielfalt an hübsch blühenden Wildblumen. Wie zu erwarten, waren in diesem ersten Sommer neben den Gänseblümchen und dem Ehrenpreis vor allem Löwenzahn und Breitwegerich zwischen den Grashalmen zu sehen. Aber von den Baumscheiben der Obstbäume her kamen auch schon die ersten Ringelblumen, Jungfer im Grünen und das Orangerote Habichtskraut eingewandert. Viele Insekten hat‘s gefreut.

Im Mai/Juni beginnt in meinem Gewächshaus die Sommersaison für Gemüse aus dem warmen Süden: Auberginen ziehe ich dort schon seit Jahren mit wachsendem Erfolg. Mit Gurken und Melonen hatte ich bisher dagegen kaum Glück. Ich habe auch noch nicht herausgefunden, woran das liegt, denn das Treib-

haus ist gut belüftet und steht an der sonnigsten Stelle im Garten. Die Beete sind befüllt mit gekaufter Gemüseerde von hoher Qualität (weil unsere Gartenerde aufgrund der Bergbauvergangenheit in der Region Langelsheim belastet ist), und an regelmäßigen Wassergaben, einer Beschattung des Daches und häufigen Kontrollgängen mangelt es auch nicht. Vielleicht haben Sie als meine Leser und Leserinnen Tipps für mich?