Freitag, 15.11.2019

„Verhältnisse jetzt schon dunkler als 1933“

Leserbrief

Goslar. „Die Verhältnisse, die wir jetzt haben, sind schon dunkler als 1933. Damals wurden noch keine Politiker ermordet, keine Synagogen angegriffen oder Frauen und Kinder verbrannt“, sagt Ivar Buterfas und fragt nach: „Was wollen wir noch hinnehmen?“

Der 86-jährige Holocaust-Überlebende weiß, wovon er redet. Als Kind eines jüdischen Vaters und einer christlichen Mutter musste er den Judenhass und das Regime der Nationalsozialisten am eigenen Leib miterleben, und überlebte versteckt im zerbombten Hamburg.

30 Jahre Aufklärungsarbeit

Seit über 30 Jahren leisten er und seine Frau Dagmar Aufklärungsarbeit über Antisemitismus und die Nazi-Zeit. Die 1503. Veranstaltung sei die in der Goslarer Kaiserpfalz, bei der Buterfas auch einen Film vorstellte, der bei ähnlichen Veranstaltungen in Hamburg entstanden ist. Es sei ihm wichtig, dass die jungen Leute wüssten, was damals passiert ist und das sie aufmerksam und wachsam sind. Denn bis in die 1990er habe er nicht geglaubt, dass sich in Deutschland jemals wieder eine menschenverachtende Ideologie wie die der Nazis etablieren könne. „Wenn wir weiter so arglos leben und verdrängen, dann werden sich die Verhältnisse weiter ausbreiten, die wir jetzt haben“, sagt Buterfas mit Blick auf die Morde und Anschläge der rechtsextremen Terrorgruppe NSU, die Ermordung des Politikers Walter Lübcke und den Anschlag auf die Synagoge in Halle.

Aber auch für die neue Rechte, wie Politiker der Partei AfD, findet er deutliche Worte: „Höcke darf Faschist genannt werden – für mich ist er ein mieser Nazi.“









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