Freitag, 31.01.2020

„Teen Scouts“ verbessern als Streitschlichter den Schulalltag

Leserbrief

Oker. 31 Schülerinnen und Schüler bauen in der Adolf-Grimme-Gesamtschule Oker einen Turm aus Toilettenpapier. Mit einem Kuscheltier spielen sie das Spiel „Wo ist Norbert?“. Was lustig klingen mag, hat einen lehrreichen Hintergrund: Die Jugendlichen trainieren in Übungen und Rollenspiel ihre Teamfähigkeit und Mitgefühl. Warum das so wichtig ist? Sie lassen sich zu „Teen Scouts“ weiterbilden.

Zum Start der dreitägigen Workshops haben die Schüler erarbeitet, wie für sie der perfekte „Teen Scout“ aussieht. Beteiligt sind nicht nur die Okeraner Schüler, sondern auch Jugendliche von der Oberschule und dem Jacobsen Gymnasium Seesen, der Oberschule Bad Harzburg und der Vicco-von-Bülow-Oberschule Vienenburg. „TeenScouts“ sind Streitschlichter, „die dazu beitragen, die Schule ein bisschen besser zu machen“, sagt Stephani Gobernack vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Goslar. Initiiert wurde das Projekt vom Landkreis Goslar, der Oberschule Seesen und der Polizei.

Hilfe bei Problemen

Konkret sehen die Aufgaben der „Teen Scouts“ wie folgt aus: Sie helfen ihren Mitschülern, wenn sie Probleme haben, geärgert werden oder neu an der Schule sind und sich noch nicht so gut auskennen.

Das schönste ist, es mache den Streitschlichtern sogar Freude. Eine Fragerunde ergab, dass für viele der Wunsch, helfen zu wollen, der Grund dafür war, die Ausbildung zu beginnen. Finja Marie Bock und Lars Bruder haben noch eine andere Motivation: Die Achtklässler der Oberschule Vienenburg erfuhren vor einigen Jahren Mobbing am eigenen Leib. „Ich will, dass Kinder ein gutes Leben an der Schule haben“, sagt der elfjährige Lars.

Im Ernstfall ist die Polizei da

Für „Teen Scouts“ ist es wichtig, dass sie ihre Grenzen kennen. „Es gibt Situationen, die ihr nicht allein lösen könnt. Ihr sollt zwar für andere da sein, euch aber nicht in Gefahr begeben“, betont Stephani Gobernack. Manche Fälle könnten nur von Erwachsenen geklärt werden. Sie meint Lehrer, Schulsozialarbeiter oder Beratungsstellen. Im Ernstfall sei auch die Polizei da. Aber als erste Anlaufstelle seien „Teen Scouts“ gute Ansprechpartner. Zu gleichaltrigen Schülern sei die Hemmschwelle nicht so groß, sich anzuvertrauen und offen über Probleme zu reden. Manchmal reiche es auch einfach, wenn jemand zum Zuhören da ist.









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