Montag, 12.02.2018

„Niemand muss es hinnehmen, beleidigt zu werden“

Leserbrief

Harz. Kürzlich wurde weltweit der „Safer Internet Day“ veranstaltet, der unter dem Motto „Ein besseres Internet fängt bei uns selbst an“ stand. Aber was kann jeder Einzelne von uns zu einem besseren Internet beitragen? Kathrin Körber, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen, erklärt, wie ein respektvoller Umgang in sozialen Netzwerken aussieht und welche Regeln zu beachten sind.

Ist es erlaubt, Chatverläufe zu kopieren und an andere Freunde weiterzuleiten?

Nein, private Nachrichten dürfen nur mit Erlaubnis des Chatpartners gepostet werden. Er kann entscheiden, ob Andere seine Äußerungen sehen sollen. Inhalte, die für ihn vielleicht unangenehm sind, müssen vertraulich bleiben.

Wie sieht es mit Bildern aus, die jemand geschickt bekommt. Dürfen sie geteilt werden?

Wer Bilder veröffentlicht, braucht immer die Einwilligung des Urhebers, also des Fotografen – auch, wenn es sich um den besten Freund handelt. Wichtig: Schon das Posten in einer geschlossenen Gruppe zählt als Veröffentlichung.

Dann also lieber Fotos selbst aufnehmen oder Selfies posten?

Grundsätzlich ja – mit selbst gemachten Fotos und Videos kann jeder das tun, was er will. Sind darauf jedoch andere Personen zu sehen, wird deren Einwilligung benötigt. Kompliziert kann es auch im Ausland werden. In anderen Ländern ist es mitunter verboten, frei zugängliche Gebäude oder Kunstwerke zu fotografieren. Also informiert euch am besten vorher, was erlaubt ist.

Immer wieder heißt es, Facebook gebe Bilder aus der Nutzer-Chronik an Werbeagenturen weiter. Ist das richtig und erlaubt?

Facebook regelt die Nutzungsrechte der Bilder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Hier ist leider voreingestellt, dass Nutzer die Weitergabe ihrer Bilder zu Werbezwecken erlauben. Sie können dies jedoch ändern und in den Einstellungen für die Privatsphäre und Apps des Facebook-Accounts die Weitergabe hochgeladener Bilder untersagen – ein Beispiel, weshalb Nutzungsbedingungen immer gelesen und Voreinstellungen überprüft werden sollten.

Mobbing in sozialen Netzwerken ist immer wieder ein Problem. Was können Betroffene dagegen tun?

Niemand muss es hinnehmen, beleidigt oder bedroht zu werden. Auch wenn sich Betroffene schämen, sollten sie sich Hilfe holen und gegebenenfalls die Polizei einschalten. Sie kann auch anonyme Täter im Netz aufspüren. Kinder oder Jugendliche sollten sich einem Erwachsenen anvertrauen. Denn: Beleidigungen, Drohungen oder das Posten von entwürdigenden Bildern sind strafbar. Die sozialen Netzwerke müssen solche Posts innerhalb von 24 Stunden nach Meldung löschen. red







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