Freitag, 29.05.2020

„My Roommate is a Cat“ – Zwei Sozialphobiker werden Mitbewohner

Leserbrief
Kommentieren

Subaru ist ein ziemlicher Einzelgänger, der am liebsten zu Hause bleibt und Kontakt mit anderen Menschen nach Möglichkeit vermeidet. Zu allem Überfluss leidet der junge Krimi-Autor seit dem Tod seiner Eltern bei einem Unfall auch noch an einer Schreibblockade. Sein einsames Leben verändert sich plötzlich, als er unerwartet einen Untermieter bekommt: Am Grab seiner Eltern läuft ihm ein streunendes Kätzchen zu.

Die Hartnäckigkeit der kleinen Fellnase erweicht Subarus Herz und er nimmt sie – etwas widerwillig – bei sich auf. Doch schnell zeigt sich, dass zusammenzuleben gar nicht so einfach ist – vor allem mit einer Katze als Mitbewohner. Nicht nur zwingen Futter-Kauf und Katzenklo-Erwerb den Autor, sich seiner Angst vor der Außenwelt zu stellen. Die kleine Haru, wie Subaru sie schließlich tauft, ist auch noch genauso eigenwillig und sozialscheu wie er selbst. Ein Umstand, der die beiden einander näher bringt. Und schließlich inspiriert die Ankunft des Streuners den schreibblockierten Autor sogar zu einem neuen Roman...

Dass Japaner Katzen lieben, ist schon lange nichts Neues. In „My Roommate is a Cat“ beweisen Autor Minatsuki und Illustrator As Futatsuya außerdem, dass Cat-Content nicht nur im Internet funktioniert. Die Geschichte des kleinen Streuners, der all sein anfängliches Misstrauen überwindet, dürfte nun wirklich jedem comiclesenden Katzen-Freund das Herz erwärmen. Denn auch Haru hat, genauso wie Subaru, einiges durchmachen müssen.

Weil beide nicht nur allgemein lieber für sich bleiben, sondern auch mit dem Verhalten der jeweils anderen Spezies keine Erfahrung haben und Signale und Körpersprache gründlich falsch verstehen, sind Missverständnisse natürlich vorprogrammiert. So ist Subaru zum Beispiel ziemlich erstaunt darüber, wie folgsam die sonst so eigensinnige Haru auf ihren Namen hört, ohne dabei zu ahnen, weswegen sie tatsächlich jedes Mal so eifrig angelaufen kommt.

Das Besondere an dieser Geschichte rund um das Zusammenleben mit einer Samtpfote: Jedes Kapitel, von der ersten Begegnung der beiden bis zu den ersten Annäherungsversuchen beim Kraulen, wird aus zwei Perspektiven erzählt – aus Subarus und aus Harus. Und wollten wir nicht alle schon einmal wissen, was im Kopf einer Katze so vorgeht?

Wer nach dem ersten Band dieser süßen Story um zwei leidgeplagte Außenseiter, die Freunde werden, nicht selbst am liebsten gleich einen kleinen Streuner von der Straße wegadoptieren möchte, der muss schon ein echter Katzengegner sein. Alle anderen werden den zweiten Band, der am 28. Juli erscheint, sicher mit Vorfreude erwarten.

„My Roommate is a Cat“ von Minatsuki und As Futatsuya, Carlsen Manga, 158 Seiten, 7 Euro.









Weitere Topthemen aus der Region:
  • Langelsheim
    Käufer stehen Schlange fürs Stadtfeld III
    Mehr
  • Region
    Gute Verbindungen ins Mittelgebirge
    Mehr
  • Region
    Umwelthilfe Goslar zieht mit einem Buch Bilanz
    Mehr
  • Lokal-Sport
    Boxer Jan Camp erfüllt sich einen Kindheitstraum
    Mehr
  • Region
    CDU-Jubelfeier: Amt prüft möglichen Corona-Verstoß bei Wahlparty
    Mehr