Freitag, 14.06.2019

„Herr Schüller“ steht den Schülern zur Seite

Leserbrief

Bad Harzburg. Ratlos über die Berufswahl sein, davon können viele Abiturienten ein Lied singen. „Bei den vielen Möglichkeiten ist es auch echt schwierig“, findet auch Lukas Schüller. Er absolviert zurzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) am Niedersächsischen Internatsgymnasium (NIG).

Im vergangenen Jahr hat der Stapelburger sein Abitur in Osterwieck abgeschlossen und stand wie viele Schulabgänger vor der Frage: „Was nun?“ Ein Lehramtsstudium oder eine Ausbildung zum Notfallsanitäter waren seine Pläne, zwischen denen er ziemlich hin- und hergerissen war. Mit dem medizinischen Bereich hatte er schon Berührungspunkte, denn der 19-Jährige engagiert sich ehrenamtlich im Roten Kreuz. Sein Vater hingegen ist Lehrer, also ist ihm dieser Beruf auch nicht ganz fremd. Hinzu kam, dass es zu diesem Zeitpunkt auch schon zu spät war, sich für eine Ausbildung zu bewerben.

Deswegen kam er auf die Idee eines FSJ. Er hatte noch die Chance im Dialysezentrum in Wernigerode zu arbeiten, entschied sich dann aber doch für das NIG, was er nicht bereut hat. Das FSJ, das jetzt im Sommer vorbei ist, hat ihm viel Spaß bereitet und er hat viele Erfahrungen sammeln können. Ihm gefällt es, dass er nicht als Praktikant behandelt wird, der „nur die blöden Aufgaben machen muss“. Sein Arbeitsalltag am Internat ist sehr vielseitig, wie er erzählt.

Hilfe bei den Aufgaben

Lukas beginnt meist so gegen13 Uhr und hat um 21 Uhr Feierabend. „Ich komme immer zum Mittag“, sagt er. Dann geht es für ihn darum, bei der Essensausgabe zu helfen und zu schauen, dass die Schüler ruhig sind. Eine seiner Aufgaben ist auch die Hausaufgabenbetreuung, die am Internat angeboten wird. Wenn Schüler Fragen bei ihren Aufgaben hatten und beim Lernen für eine Klassenarbeit nicht weiterkamen, können sie sich an „Herrn Schüller“ wenden.

Lukas kümmert sich auch um die Nachmittagsgestaltung der Internatsschüler. „Es ist schon wichtig, dass sie Bewegung bekommen und nicht die ganze Zeit nur vor ihren Handys sitzen“, sagt er. Deswegen spielt er beispielsweise mit ihnen Fußball oder andere Spiele. Abends hilft der 19-Jährige dabei, das Essen vorzubereiten und den Speisesaal wieder aufzuräumen.

Lukas Schüller ist der erste FSJ-ler am NIG. „Am Anfang war es schon etwas schwer“, erinnert sich Lukas an den vergangenen August zurück. Die Schüler seien zwar immer nett gewesen, hätten sich jedoch gewundert, was „der jetzt hier macht“. Mittlerweile ist er aber schon fast zum beständigen Mitglied im Personal geworden, und auch die Haltung der Schüler habe sich gewandelt: „Sie respektieren mich“, sagt er.

Ein Jahr orientieren

Das FSJ hat ihm auf jeden Fall dabei geholfen, sich über seinen Berufswunsch im Klaren zu werden. Eine Ausbildung zum Notfallsanitäter soll es sein. Die Zeit am NIG und die Arbeit mit Kindern haben ihm zwar Spaß gemacht, er könne sich aber nicht vorstellen, so etwas auf Dauer zu machen. „Das ist nicht so meins“, gesteht sich Lukas ehrlich ein.

Aber das ist ja auch das Gute an einem FSJ, das er solche Einsichten bekommt und nicht erst, wenn er mitten im Referendariat steckt und bereits mehrere Jahre Lehramt studiert hat. Für Lukas geht es im Sommer los mit der Ausbildung los. Ein Studium soll im Anschluss aber noch folgen. Für diese Entscheidung hat er dann ja noch drei Jahre Zeit.








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