Freitag, 10.02.2017

„Für mich gab es einfach keinen Plan B“

Leserbrief

Goslar. Die 25-jährige Jana Koch baut sich in Hamburg eine Karriere als Musical-Darstellerin auf. Sie erzählt, wie sie es vom Kinderchor in Lochtum bis ans Deutsche Schauspielhaus hat geschafft hat.

Auf der Bühne stehen, das Publikum mit dem eigenen Talent in den Bann ziehen und dafür ein Meer von Applaus bekommen – für viele Jugendliche sieht so eine Traumvorstellung aus. Die 25-jährige Jana Koch hat aus diesem Tagtraum eine Karriere gemacht.

Schon als junges Mädchen widmete sich Jana der Musik. „Ich war Teil des Lochtumer Kinderchors. Eigentlich wusste ich schon damals, dass ich mein Leben lang nur singen möchte“, erzählt Jana. Erste Erfahrungen auf großen Bühnen sammelte sie schon mit 17 Jahren: „Damals tourte ich mit der „Queen“-Coverband „MerQury“ als Backgroundsängerin durch Dänemark und Schweden“, berichtet sie.

Gewagte Entscheidungen

Ziemlich mutig für eine 17-Jährige, eine Eigenschaft, die Jana auch bei späteren Entscheidungen beweist: Um ihren Traum von einem Leben auf der Bühne wahr zu machen, zog sie 2012 nach Hamburg, um sich dort an der Stage School zur Musical-Darstellerin ausbilden zu lassen.

Dass diese Entscheidung ein großer Schritt war, ist Jana bewusst: „Es ist schwierig, wenn man so lange weg ist, und auch die Familie nur alle paar Monate sieht“, erzählt sie. Es scheint aber der richtige Weg gewesen zu sein: Seit ihrem Abschluss im Jahr 2014 hat Jana Koch viel erreicht.

Sie stand nicht nur in den letzten zwei Jahren bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg auf der Bühne, sondern gehört auch zum Ensemble im Theater Lichtermeer in Hamburg. Dort verkörpert sie in einer Interpretation des „Dschungelbuchs“ die Schlange Kaa. In diesem Jahr hat Jana Koch ihre erste Rolle am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg angenommen: Sie wirkt im Stück „Trilliarden“ unter der Regie vonIngrid Lausund mit.

Zum Ensemble gehört auch Bjarne Mädel, der für Serien wie „Der Tatortreiniger“ bekannt ist. Wie muss man sich die Arbeit mit einem etablierten Schauspieler vorstellen? „Natürlich hat er viel mehr Erfahrung als ich, trotzdem merkt man keine Divaallüren. Dadurch kann man eben als junge Schauspielerin auch viel lernen, weil alle sehr hilfsbereit sind“, meint Jana.

Obwohl sie selbst auch schon kleinere Rollen in Fernsehproduktionen hatte, kommt dieser Weg für sie eigentlich nicht in Frage. Sie empfindet den Bekanntheitsgrad, den eine Karriere im Fernsehen mit sich bringt, zu belastend.

„Ich möchte weniger berühmt sein, als mir lieber einen Namen in der Branche aufzubauen, damit ich gute Engagements bekomme“, sagt sie. In Bad Segeberg wurde sie zwar schon öfter erkannt, das hat sich laut Jana aber noch im Rahmen gehalten. Ihre schönste Kritik hat Jana Koch übrigens von einem kleinen Jungen bekommen, als die Schauspieler mit Schülern über die Aufführung von dem „Dschungelbuch“ sprachen.

„ Er meinte nach dem Stück, er wolle mit niemandem außer der Schlange Kaa sprechen“, erzählt Jana Koch. „Und dann hat er zu mir gesagt, dass er wegen meines Auftritts auch später mal in diese Richtung gehen will.“

Ein Herzenswunsch

Auch für Jugendliche, die ähnliche Zukunftspläne haben, hat Jana einige Tipps. „Viele Schauspiel- schulen bieten Workshops an, in denen man die eigenen Fähigkeiten erproben kann“, sagt sie. Je früher man die ersten Erfahrungen sammle, umso besser. „Wenn man es von Herzen will, sollte man es auch wagen“, meint Jana. Sie weiß aber auch: „Man lebt oft von Monat zu Monat, und viele hören auf, weil sie mit dem Druck nicht umgehen können.“

Für sie ist auf der Bühne zu stehen aber die tiefste Erfüllung. Sie erzählt: „Meine Mutter hat mich früher gebeten, doch erst einmal eine Ausbildung zu machen, damit ich etwas Solides habe. Doch das kam nicht in Frage: Für mich gab es einfach keinen Plan B.“








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