Freitag, 12.05.2017

Weniger Kinder – weniger Schüler

Leserbrief
Kommentieren

Harz. Wie viele andere Lebensbereiche ist auch die Schullandschaft bis 2050 von Faktoren wie Demografie beeinflusst. Für die Zukunft der Region ist ein Abwärtstrend zu erkennen, der aber nicht unwiderruflich sein muss.

Laut Berechnungen des Landkreises Goslar fallen die Schülerzahlen bis 2025 konstant – Aussagen bis 2050 gibt es bislang keine. Während 2014/2015 noch 7886 Kinder und Jugendliche die Schulen im allgemeinbildenden Bereich besuchten, soll sich diese Zahl bis in zehn Jahren um 2225 minimiert haben – das sind 28 Prozent weniger. Bis 2020 sinken demnach die Grundschülerzahlen um 1000 Personen – von 4152 auf 3187 Schüler. Die abnehmenden Zahlen sind auf eine geringere Geburtenrate zurückzuführen.

Dass sich dieser Trend noch einmal umkehrt, ist allerdings keineswegs ausgeschlossen. Bereits heute müssen einst verloren geglaubte Kitas immerhin wieder anbauen, die Gemeinde Schladen-Werla ist dafür ein Bei-spiel. Die Schülerzahlen der Sekundarstufen I und II sollen nach Angaben des Landkreises bis 2022/23 dennoch gemächlich abnehmen, nur zwischen 2022 bis 2024 droht ein rapider Absturz um 600 Schüler.

Landkreis-Sprecherin Jelena Bubikat meint dazu jedoch, dass die Zahlen zu den einzelnen Schulformen auch von der jeweiligen Landesregierung abhingen. Ob es also beispielsweise bevorzugt Ober- oder Gesamtschulen gebe, sei Entscheidung der jeweiligen Regierung. Der Landkreis könne dazu keine Prognosen abgeben.

Stetiger Rückgang

Das Niedersächsische Kultusministerium versucht, nur auf Landesebene in die Zukunft zu schauen: Auch dieses sieht einen langsamen, aber stetigen Rückgang der Grundschülerzahlen, weil weniger Kinder geboren würden. Etwas weniger als 7000 Schüler würden demnach in zehn Jahren an den Grundschulen fehlen.

Die Zahl der Sekundarstufe-I-Schüler nimmt um ein Zehntel ab – das bedeutet 40000 weniger; im Sekundarstufenbereich II werden 6000 weniger erwartet – es gebe dann noch knapp 95000 von ihnen in Niedersachsen.

Die Zahlen an Förderschülern halbieren sich hingegen: Möglich ist spekulativ, dass die übrig gebliebenen Kinder und Jugendlichen in Real- und Hauptschulen integriert werden. Ob dies das Ende der Förderschulen andeutet?

Zwar wurden in diesen Zahlenspielen die Zugänge durch Flüchtlinge noch nicht beachtet, allerdings sollen sie laut dem Landkreis Goslar auch kaum Einfluss auf die Zukunftsentwicklung haben. Rückgehende Zahlen könnten nicht gestoppt werden – dafür seien die Neuzugänge zu gering.

Ein Blick nach 2050 fällt schwer, doch verschiedenste Szenarien sind möglich: Gesamtschulen könnten weiter gestärkt, Oberschulen hingegen genauso wie Gymnasien weiter reduziert werden. Auch Kooperationen zwischen Schulen – zusammengefasst in Zentren – sind vorstellbar, sodass Schüler pendeln müssten, um spezielle Kurse zu besuchen.frn







Weitere Topthemen aus der Region:
  • Archiv
    Engel auf dem Seil
    Mehr
  • Archiv
    Starkregen sorgt für Überflutungen
    Mehr
  • Archiv
    Vatertagstouren starten sonnig
    Mehr
  • Archiv
    Donnerwetter zum Vatertag
    Mehr
  • Archiv
    Stichwahl in der Stadt Oberharz nötig
    Mehr
  • Archiv
    Motorradsaison startet nur teilweise ruhig
    Mehr
  • Archiv
    Die AWO hat noch eine neue Chance
    Mehr
  • Archiv
    Hohe Jagdziele für das kommende Jahr gesteckt
    Mehr
  • Archiv
    48 Stände, aber nur ein kleiner Kinderflohmarkt
    Mehr
  • Archiv
    Musik wie „ein leichter Seewind“
    Mehr