Dienstag, 09.05.2017

Die natürlichste Ressource ist die Natur

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Harz. Wenn man die Natur dort nutzt und pflegt, ist der Harz auch in 34 Jahren noch ein attraktives Ausflugsziel für Jung und Alt.

Viel ist für die Zukunft unsicher. Sicherlich wird es aber auch in 33 Jahren noch genug Menschen geben, die Urlaub machen können. Und der Harz bietet fernab von Großstadt- und Amazonasdschungel naturnahe Attraktivität für Jung und Alt – wenn man sie denn nutzt und pflegt.

Doch wer kommt überhaupt in das Mittelgebirge, das um den Brocken mit Bergen, Wäldern, Seen, kleinen Bergstädtchen und dem einen oder anderen Luchs aufwartet? Prof. Volker Böttcher, Direktor des Instituts für Tourismusforschung an der Hochschule Harz, teilt die potenziellen Harzurlauber in zwei Gruppen auf: Die „Best Ager“ sind 40- bis 60-Jährige, die die Region schon kennen und ihre Natur genießen wollen. Auf der anderen Seite stehen die Familien mit Kindern, die eine bezahlbare Urlaubsalternative suchen. Und wie so oft heißt es auch hier: Die Kinder sind die Zukunft.

Für den Harz sollte das laut Böttcher vor allem bedeuten, in das zu investieren, was schon vorhanden ist. Denn es gebe nun mal ein Polster, auf das man aufbauen könne, die „natürliche Ressource des Harzes“, die man nutzen muss – die Natur.

Doch die kann nur ihr ganzes Potenzial entfalten, wenn das Angebot ausgebaut und modernisiert wird. Dabei sagt auch der Harzer Tourismusverband (HTV) ganz deutlich: „Familien werden wichtig sein, ältere Zielgruppen werden jedoch weiterhin an Bedeutung gewinnen.“ Und sowohl die quirligen Kleinen als auch die „Best Ager“, die in Zukunft immer älter und fitter werden, wollen die Natur des Harzes erleben.

Sowohl Böttcher als auch der HTV sehen daher den Sporttourismus als stärkstes Zugpferd. Ob es nun Wanderwege, Kletterparks, Mountainbikestrecken oder Skiabfahrten sind – alles kann man jetzt schon im Harz machen, alles muss aber auch für die Zukunft bereit gemacht werden. Das fängt laut Böttcher schon bei zeitgemäßen Hotels und Restaurants an, geht über digitale Vernetzung der Touristen und Verbesserung der Nahverkehrsmittel und zieht sich hin bis zum großen Thema E-Mobilität.

Dieses schlägt sich auch in dem Trend der Nachhaltigkeit nieder. Denn diese ist das, was jetzt schon greifen muss. Langfristig geplante Investitionen in die Infrastruktur, naturschonend und zeitgemäß. Wenn dann Flora, Fauna, Kultur und Gesellschaft in interaktiver Weise auch für die zukünftigen Urlauber erlebbar bleiben, sehen die Experten gute Chancen für ein anvisiertes 2050.

HTV und Volker Böttcher fürchten die Zukunft in Sachen Harztourismus jedenfalls nicht. Die klimatischen Veränderungen werden für die Region kaum negative Veränderungen mit sich bringen. Im Gegenteil: Wenn es im Süden Europas heißer wird, kann das mitteldeutsche Gebirge immer mehr mit angenehmen Temperaturen locken. Und auch der weniger werdende Schnee im Winter kann – die Technologie vorausgesetzt – durch künstliches Weiß ersetzt werden.

Einig sind sich die Tourismus-Fachleute aber auch, dass man sich nicht auf den Harzer Lorbeeren ausruhen darf. Gerade bei der Digitalisierung herrscht noch viel Nachholbedarf – in der gesamten Republik. Umso mehr eine Chance für den Harz, hier eine Vorreiterrolle einzunehmen.msr







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