Donnerstag, 09.04.2020

Was in Zeiten von Corona an den Feiertagen wirklich zählt

Leserbrief
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Ostern steht unmittelbar vor der Tür. Wer den Andrang in den Geschäften vor Karfreitag beobachtet hat, könnte meinen, alles ist wie immer. Wie jedes Jahr. Die Menschen kaufen massenweise Lebensmittel zum Kochen, Backen und zum Verschenken. Ob dieser „Massenwahn“ generell von Nöten ist, das sei mal dahingestellt. Aber einen Teil Normalität zu wahren, ist in diesen Zeiten schon wichtig. Das Virus existiert nun mal und damit müssen wir jetzt leben. Wie lange genau, und ob wir Corona überhaupt wieder komplett loswerden, bleibt abzuwarten.

Viele Menschen fragen sich jetzt, wie sie das Osterfest am besten gestalten können. Mir persönlich ist es relativ egal, wie ich Ostern verbringe. Klar hatte ich mich schon gefreut, mit Freunden gemeinsam zum Osterfeuer zu gehen. Aber das geht zurzeit nun mal nicht. Ich mache einfach das Beste draus und treffe mich mit den Menschen, die mir wichtig sind und das im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten. Denn ich denke gerade in diesen Zeiten sollten unsere Liebsten wieder umso mehr in unser Blickfeld geraten. Und diese Krise sollte uns trotz aller Abstandsregeln wieder viel enger zusammenbringen. Letztlich spielt es gar keine Rolle, wie wir Ostern oder all die anderen Tage zurzeit verbringen. Wichtig ist, dass uns allen wieder klar wird, was für ein kleiner Teil wir alle auf dieser Erde sind. Und wie schnell sich eben alles ändern kann. Wir alle sollten die kleinen Dinge wieder mehr wertschätzen: Dass die Familie gesund und glücklich ist, dass wir zusammenhalten und Menschen haben, auf die wir uns verlassen können. Was nützt es viel Geld zu haben, wenn man sich davon doch keine Gesundheit kaufen kann? Was nützen einem die gebuchten, Traumurlaube, um bloß endlich mal rauszukommen? Und was nützt das viele Klopapier, wenn man es am Ende doch nicht essen oder atmen kann?

Von Nathalie Schlie









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