Freitag, 21.08.2020

Umstellungen und gemischte Gefühle zum Schulstart

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Nach den Ferien: Unterricht im Corona-Modus
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Harz. Die Ferien neigen sich dem Ende zu, nächste Woche geht in Niedersachsen die Schule wieder los. Dass der Schulbeginn in diesem Jahr, nach dem Corona-Lockdown und einer möglichen zweiten Pandemie-Welle am Horizont, ganz anders sein wird, beschäftigt die Kinder und Jugendlichen natürlich.

Die Junge Szene hat einige junge Leute aus der Region nach ihren Sommerferien und ihren Erwartungen und Hoffnungen für das nächste Schuljahr gefragt.

Louise Herholt
Emil Nachtweyh (14) kommt in die 9. Klasse des Werner-von-Siemens-Gymnasiums in Bad Harzburg: „Eigentlich war für mich nichts anders als sonst, da man sich wie immer mit Freunden getroffen hat. Und ich war auch im Urlaub. Da gab es zwar Einschränkungen, aber die waren nicht so gravierend. Auf die Schule freue ich mich eher nicht, da noch ungewiss ist, wie die Maßnahmen durchgesetzt werden. Außerdem hätten es ruhig noch zwei Wochen Ferien mehr sein können.“

Louise Herholt (8) kommt in die3. Klasse der Grundschule Benneckenstein: „Wir durften die meisten Spiele, die wir gerne gespielt haben, nicht mehr spielen. Das war echt schade. Ich finde es auch komisch, dass die vierte und die dritte Klasse dann auch zusammen Unterricht haben muss. Wir haben in der schulfreien Zeit einen ganzen Zettel mit gefühlt tausend Aufgaben für nur eine Woche bekommen. Das war mir dann auch viel zu viel, ich hatte zu wenig Zeit für mein Hobby, ich gehe nämlich zum Wintersport.“

Jason Curt Kupfer
Jason Curt Kupfer (14) kommt in die 9. Klasse der Oberschule Braunlage: „Vor den Sommerferien hatten wir immer getrennt Pause, wie es jetzt sein wird, weiß ich nicht. Ich habe gemischte Gefühle bei dem Schulanfang. Einerseits freue ich mich, andererseits nicht, auch wegen Corona. Ich habe Angst, dass noch mal ein Lockdown kommt, sich viele Menschen infizieren und die Schulen wieder geschlossen werden. Wir hingen letztes Jahr schon mit dem Stoff in Mathe hinterher, ich habe ein bisschen Sorge, dass es nun megaviel auf einmal wird.“

Leni Koch (14) kommt in die 9.Klasse des Ratsgymnasium in Goslar: „Es war schon eine Umstellung vor den Sommerferien, aber nun wird es noch mal ganz anders. Ich glaube, dass wir jetzt wieder als ganze Klasse Unterricht haben werden. Vorher waren wir in zwei Gruppen geteilt – also eine Woche frei, eine Woche Schule.

Ich fahre immer mit dem Bus zur Schule und da es die Gruppen nicht mehr gibt, fahren alle Schüler zusammen. Angst habe ich nicht direkt, aber das Risiko zu erkranken ist dann wieder höher. Der Bus ist immer richtig voll. Man steht manchmal sogar vorne beim Busfahrer und dann kann man die Abstände nicht mehr so gut einhalten. Aber ich finde es echt besser, dass wir wieder Schule haben.“

Leni Koch
Maurice Heinrich (14) kommt in die 9. Klasse der Oberschule Bad Harzburg, die Schule an der Deilich: „Schule war schon besser, man stand mehr in Kontakt mit den Lehrern. Zwar konnten die Schüler eine Nachricht über ,ISerf‘ schreiben, nur dann hat man manchmal erst am nächsten Tag eine Antwort bekommen. Das war ein bisschen doof, weil man die Aufgaben ja auch oft am Ende des Tages abschicken musste. Unsere Klasse wurde geteilt, das wird auch so beibehalten. Als wir plötzlich keine Schule mehr hatten, war das schon eher komisch. Ich hatte aber auch in den ,Corona-Ferien‘ immer Kontakt zu meinen Freunden. Entweder haben wir telefoniert oder online zusammen gezockt.“

Emmalou Marcks und Kiara Ilsemann sind beide acht Jahre alt und gehen zur Goetheschule in Goslar. „Ich freue mich, weil ich meine Lehrerin und meine Freunde wiedersehe“, sagt Emmalou – und Kiara sieht es genauso. Emmalous Mutter Tanja kann sich noch gut an die schwierige Zeit vor den Sommerferien erinnern: „Die Kinder hatten wechselweise in Gruppen Unterricht. Für Zuhause gab es dann Tagespläne.“ Das war nicht immer einfach zu bewältigen. Bei Kiara half die große Schwester, wenn die Mutter arbeiten war, schildert Janine Ilsemann. Am Ende sei vor allem Langeweile ein Problem gewesen, weil zwischenzeitlich selbst die Spielplätze gesperrt waren: „Gott sei Dank wandern wir gerne und haben zusammen den Harz erkundet.“









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