Mittwoch, 10.06.2020

Patientenverfügung mit Blick auf Corona überprüfen?

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Hannover. Niemand muss befürchten, bei einer Covid-19-Erkrankung aufgrund einer bestehenden Patientenverfügung nicht beatmet zu werden, so erklärt die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Wer eine künstliche Beatmung für diesen Fall ausschließen wolle, sollte dies in seine Patientenverfügung aufnehmen. Unabhängig von der Corona-Pandemie könne es sinnvoll sein, sich um seine Vorsorgeverfügungen wie Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht zu kümmern – sie zu überprüfen oder neu zu erstellen.

Gefahren bewusster

Viele Verbraucher würden zurzeit fragen, ob sie ihre Patientenverfügung aufgrund der aktuellen Situation anpassen müssen. Manche haben Sorge, dass im Fall der Fälle nicht alles medizinisch Mögliche getan werden würde. Andere – meist Ältere und Patienten mit Vorerkrankungen – lehnen künstliche Beatmung nicht nur im Falle von tödlich verlaufenden Erkrankungen, sondern auch bei einer Covid-19-Erkrankung ab.

„Die Corona-Krise macht uns die Gefahr einer schweren Erkrankung bewusst“, sagt Kai Kirchner, Gesundheitsexperte der Verbraucherzentrale Niedersachsen. „Sie ändert aber nichts an den grundsätzlichen Empfehlungen für Patientenverfügungen.“ Seit einem Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2016 sei klar, das der Ausdruck „keine lebenserhaltenden Maßnahmen zu wünschen“, allein zu ungenau ist. In der Patientenverfügung müssen deshalb die Behandlungssituationen beschrieben und jeweils festgelegt werden, welche lebenserhaltenden Maßnahmen gewünscht oder abgelehnt werden.

Anpassung

Wer generell künstliche Beatmung im Falle einer Erkrankung mit dem Corona-Virus ablehne, sollte laut Verbraucherzentrale nachdenken, ob er seine Patientenverfügung anpasst und dies mit einem Arzt seines Vertrauens besprechen.

Damit im Ernstfall auch rechtliche und finanzielle Angelegenheiten von einer bestimmten Person übernommen werden können, sei eine Vorsorgevollmacht empfehlenswert. Mit einer Bevollmächtigung im gesundheitlichen Bereich wird eine Vertrauensperson bestimmt, die mit Ärzten sprechen und die Wünsche des Betreffenden vertreten kann.

Bei Fragen hilft die Beratung der Verbraucherzentrale: www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de