Freitag, 03.04.2020

Kolumne: Wie das Internet zu meinem Zuhause wurde

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Sie war schon ein Nerd, lange bevor es cool wurde, sich so zu bezeichnen, schreibt GZ-Volontärin Sarah Franke über sich. Als Kind liebte sie das Klackern der Tasten und beschäftigte sich später mit Videoschnitt, Bildbearbeitung und Tonaufnahmen. Warum sie heute (auch Bill Gates und Paul Allen) dankbar ist, dass das Internet ihr Zuhause wurde, lest ihr in der Kolumne "Mein Tag". Spoiler: Am Internet Explorer liegt es nicht. 

Das Internet ist mein Zuhause

Ich war schon ein Nerd, lange bevor es cool wurde, sich so zu nennen. Kaum konnte ich rudimentär lesen und schreiben, tippte ich seitenweise Auszüge aus Büchern in Mamas Computer – einfach nur, weil ich das Klackern und das Gefühl der Tasten unter meinen Fingern mochte. Kurz darauf begann ich, Geschichten zu erfinden, sehr pixelige Videospiele zu zocken und Freundinnen dazu zu nötigen, sich in mein digitales Freundebuch einzutragen. Heute könnte man es als minimalistisch bezeichnen – aber es hielt nicht ansatzweise mit dem Design ihrer Diddl-Freundebücher mit.

Nachdem ich jahrelang die alte Schrabbelkiste meiner Mutter nutzte, konnte ich mein Glück gar nicht fassen, als meine Familie mir einen eigenen Rechner schenkte. Mamas damaliger Freund überließ mir ein altes Mikrofon, vom Taschengeld kaufte ich den ersten Camcorder.

Im Herzen ein Kellerkind

Auch, wenn von meinem Kinderzimmer aus der Blick direkt in den Garten führte – im Herzen war ich stets ein Kellerkind. Tage- und mitunter nächtelang bastelte ich Tonaufnahmen zusammen, zockte nun weniger pixelige Rollenspiele und schnitt selbst gedrehte Videos (für die neben mir wieder einmal meine Freunde als Protagonisten herhalten mussten – sorry!).

Als mein Computer nach ein oder zwei Jahren einen Zugang zum Internet bekam, widmete ich mich auch noch der Bildbearbeitung. Ich arrangierte Weisheiten, die mein Teenager-Ich tiefsinnig fand, auf aus dem Netz geklauten Bildern und postete sie meinen Freundinnen in die Gästebücher von Vorgängern heutiger sozialer Netzwerke.

Als Teenagermädchen wurde ich für meine Begeisterung fürs Digitale oft belächelt – keiner, auch ich nicht, hätte gedacht, wie nützlich diese Fähigkeiten mir einmal im Job sein werden. Ein großes Dankeschön deshalb an Bill Gates und Paul Allen, die am 4. April vor 45 Jahren die Softwarefirma Microsoft gründeten. Zwar ist Microsofts Browser „Internet Explorer“ im Wortsinn ziemlich lahm. Doch dank der Vision der beiden, dass eines Tages ein Computer in jedem Haus stehen würde, ist heute das Internet mein (berufliches) Zuhause.









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