Freitag, 04.05.2018

Sicherheit im Verkehr

Leserbrief

Goslar. Im Jahr 2004 führte Niedersachsen als erstes Bundesland das Modellprojekt des begleiteten Fahrens ab 17 Jahren ein. Mittlerweile werden immer mehr Fragen laut, ob Jugendliche bald sogar ab 16 Jahren in Begleitung Auto fahren dürfen. Bis jetzt ist es aber nur ein Vorschlag. Die Junge Szene hat sich umgehört, wie Betroffene und Experten das Thema bewerten.

Ralf Buchmeier, Verkehrssicherheitsberater bei der Goslarer Polizei, begrüßt das Modell des begleiteten Fahrens ab 16 (BF16). Der Polizist berichtet, dass die Anzahl der Verkehrsunfälle bei Jugendlichen schon durch das begleitete Fahren mit 17 Jahren erheblich gesunken sei.

Dieses Ergebnis habe die Verantwortlichen im Verkehrsministerium erst dazu bewogen, überhaupt über die Herabstufung des Alters nachzudenken. „Sie versprechen sich dadurch, dass die Unfallzahlen weiter sinken“, sagt Buchmeier. Er betont aber auch, dass es für dasBF16 keine Erfahrungswerte gebe und man abwarten müsse, wie sich das Projekt entwickele.

Fahrlehrer Thomas Hippler aus Goslar sieht die Entwicklungen hingegen skeptisch. Er betont, dass es „solche und solche Jugendliche“ gebe. Viele von ihnen würden die zweijährige Fahrpraxis mit ihren Eltern nutzen und könnten von dem Erfahrungsaustausch profitieren.

Es gibt aber auch 16-Jährige, die Hippler noch nicht für reif genug hält. „Die Jugendlichen befinden sich in ihrer pubertierenden Phase und lassen sich oft nur ungern etwas sagen. Im Straßenverkehr müssen sie sich aber an Regeln halten“. Die Ernsthaftigkeit würde manchem 16-Jährigen noch fehlen. Außerdem fragt sich der Fahrlehrer, wie weit das Mindestalter für den Autoführerschein noch runtergesetzt werden soll? „Dürfen irgendwann auch schon14-Jährige am Steuer eines Autos sitzen?“, fragt er und betont, dass es irgendwann eine Grenze geben müsse.

Anders sieht es der 19-jährige Leopold Hammeran aus Bad Harzburg, der selbst ein Jahr lang das begleitete Fahren erlebt hat. Er ist ein Befürworter des BF16 und sieht die Entwicklung als gut an. Aufgrund seiner Erfahrungen sagt er: „So konnte ich mit meinen Eltern fahren, direkt Tipps von ihnen bekommen und mich verbessern.“

Der Zwölftklässler des Werner-von-Siemens-Gymnasiums in Bad Harzburg findet es gut, wenn das Alter für das begleitete Fahren auf 16 Jahre runtergestuft werden würde. „So haben Jugendliche noch ein zusätzliches Jahr Fahrpraxis. In den USA ist es auch so, dass man schon in diesem Alter den Führerschein machen kann“, vergleicht er.

Der 19-Jährige ist nicht der Ansicht, dass Jugendliche mit 16 Jahren unreif sind. Er sieht den Sprung von 16 auf 17 als nicht so groß an und findet, dass es auch keinen wirklichen Unterschied in der Entwicklung gebe. Übrigens, Leopold fährt immer noch unfallfrei.







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