Mittwoch, 15.08.2018

Mit Musik gegen den Krieg

Goslar. „Das Klavier war mein Freund, es war, als hätten sie meinen Freund getötet“, sagt der syrische Pianist Aeham Ahmad 2015 in einem CNN-Interview. Mit „sie“ meint er den Islamischen Staat, der im April desselben Jahres das Viertel in Yarmouk, dem Ort an dem er aufgewachsen ist, besetzte und sein Klavier verbrannte.

Pianist ist Ahmad trotzdem geblieben. Er trat eine gefährliche Flucht an. Über die Türkei, Griechenland und den Balkan. Mittlerweile tut er hier in Deutschland wieder das, was er auch schon vor den Unruhen und während des Krieges in seiner Heimat getan hat: Klavierkonzerte geben.

 „Der Pianist in den Trümmern“

In Syrien spielte er für die Menschen auf der Straße, immer mit der Mission, dass gemeinsames Musizieren verbindet. Videos davon auf Youtube gingen um die Welt, er wurde als „der Pianist in den Trümmern“ bekannt.

In Deutschland interpretiert er klassische Werke von Mozart und Beethoven, aber auch und vor allem seine eigenen Lieder, bei denen er seine Gesangstexte gegen Hunger und Gewalt mit dem eigenen Klavierspiel begleitet. Bei einem „Stars-sagen-Danke-Konzert“ in München stand er bereits mit Herbert Grönemeyer, den Sportfreunden Stiller und Judith Holofernes auf der Bühne. Für sein Engagement wurde ihm der Beethovenpreis für Menschenrechte verliehen.

Freier Eintritt

Am morgigen Freitag um 16 Uhr gastiert Aeham Ahmad auf Einladung der Freiwilligen-Agentur innerhalb der Veranstaltungsreihe, die vom Bundesfamilienministerium im Rahmen des Programms „Demokratie Leben!“ gefördert wird, in der Frankenberger Kirche.

Das Konzert wird mit einer Lesung von Elke Brummer verbunden. Sie trägt Passagen aus Ahmads 2017 beim Fischer-Verlag erschienener Autobiografie „Und die Vögel werden singen“ vor. Der Eintritt ist frei.