Freitag, 25.05.2018

Kontakt zum realen Leben nicht verlieren

Leserbrief

WhatsApps schreiben, Instagram-Profile checken, Computerspiele spielen und auf dem Fernseher Serien gucken – heutzutage sind Jugendliche in ihrem Alltag ständig von Medien umgeben. Da sie den ganzen Tag damit konfrontiert sind, kann sich schnell ein übermäßiger Medienkonsum entwickeln.

Sozialpädagogin Katja Bosse vom Goslarer Lukas-Werk gibt Jugendlichen und ihren Eltern Tipps, wie ein gesunder Umgang mit Medien aussieht und was jeder tun kann, wenn er merkt, dass die virtuelle Welt einen zu hohen Stellenwert hat.

Weitere Hobbys

Die Medienexpertin sagt zu Anfang, dass sie niemandem vorschreiben möchte, wie viele Stunden er am Tag Computer spielt oder das Handy in der Hand hält. „Viel wichtiger ist, dass alles andere stimmt. Solange die Jugendlichen noch im realen Leben Kontakt zu ihren Freunden haben, weiterhin ihren Hobbys außerhalb der Medienlandschaft nachgehen und die Schule nicht darunter leidet, dann dürfte nichts gegen den Medienkonsum einzuwenden sein“, erklärt Bosse.

Die Sozialpädagogin macht aber auch auf Warnsignale aufmerksam, bei denen es notwendig sei, die Reißleine zu ziehen. Wenn die Medien beispielsweise zum einzigen Lebensinhalt geworden sind, man nur noch spielt, um selbstbewusster zu werden oder um das Gefühl zu haben, etwas erreichen zu können, dann sollten sämtliche Alarmglocken angehen.

Bosse erklärt das Problematische an einer Mediensucht: „Einem Raucher kann ich sagen, dass er gut ohne Zigaretten auskommen kann, aber bei den Medien ist das anders. Heutzutage kann man nicht komplett ohne Medien leben, da sie zum festen Bestandteil im Alltag geworden.“ Darum sei es wichtig, von Grund auf einen gesunden Umgang mit ihnen zu haben.

Kurzfristig erfolgreich

Wenn Eltern merken, dass sich ihre Kinder zu viel mit Medien beschäftigen, dann reagieren sie meist damit, dass sie ihnen das Handy oder den Computer wegnehmen. „Diese Methode ist oft nur für einen kurzen Zeitrahmen erfolgreich, denn wenn die Kinder ihre Geräte zurückhaben, dann sind auch alte Probleme wieder da.“

Der Expertin zufolge ist es besser, sich als Familie zusammenzusetzen und gemeinsam Regeln für den Medienkonsum aufzustellen. Jugendliche müssen den richtigen Umgang zuerst lernen, genau wie als Kind das Essen mit Messer und Gabel, sagt Bosse. Durch Gespräche mit ihren Eltern würden Jugendliche nicht einfach nur die Medien konsumieren, sondern sich mehr Gedanken darüber machen. Wenn Jugendliche es auch mithilfe ihrer Eltern nicht schaffen, einen gesunden Medienkonsum zu erreichen, dann gibt es die Möglichkeit, sich professionelle Hilfe zu suchen.

Sozialarbeiterin Katja Bosse beschreibt die Möglichkeiten, die das Goslarer Lukas-Werk anbietet: Dienstags werden zwischen 14 und 16 Uhr kostenlose und vertrauliche Einzelgespräche angeboten. Für Betroffene von Internetsucht gibt es jeden Montag von 18.15 bis 19.15 Uhr eine Gesprächsgruppe.

Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer (05321) 393620 oder per E-Mail an fa-goslar(at)lukas-werk.de.







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