Montag, 16.07.2018

Jan Vergin glaubt an den „Eine-Welt-Gedanken“

Leserbrief

Schladen/Bulungula. Sommer 2017: Jan Vergin hat direkt nach seinem Abitur die Koffer gepackt und sich für knapp zwölf Stunden ins Flugzeug gesetzt. Sein Ziel war Bulungula, ein Dorf im rund 9500 Kilometer entfernten Südafrika. Der Schladener leistete bei dem Programm „weltwärts“ ein internationales Freiwilligenjahr. Jan erzählt, dass er sich dazu entschieden habe, weil ihm der „eine-Welt-Gedanke“, den das Programm transportiert, gefällt. Er sei davon überzeugt, dass so das Bewusstsein für andere Länder und Kulturen positiv beeinflusst werden kann.

Während seines Auslandsjahres arbeitete er im sogenannten Bulungula Incubator. Das ist eine Organisation, die die Entwicklung in der afrikanischen Region unterstützt. „Die größte Aufgabe der Freiwilligen besteht allerdings darin, ein Jugendzentrum aufzubauen, in dem Jugendliche ihre Freizeit verbringen und zusammen Spaß haben können“, sagt der 19-Jährige. Jan Vergin, der schon in Deutschland gern Sport getrieben hat, gab zudem mit einer weiteren Programmteilnehmerin Kindern Sportunterricht, da nicht genügend Lehrer zu Verfügung stehen und es ansonsten diese Klasse nicht geben würde.

Große Unterschiede

Von Freunden und Verwandten bekäme Jan viele Fragen gestellt, an denen er gemerkt hat, dass viele nicht wissen, wie sie sich die afrikanische Region vorstellen sollen. Es gebe Unterschiede zu Deutschland, die ihm gleich zu Beginn des Auslandsaufenthaltes aufgefallen sind. „Gewöhnungsbedürftig war die andere Währung. Statt Euro gibt es Rand. Der Umrechnungskurs beträgt etwa 1:15, deshalb habe ich mich im Supermarkt zunächst von den hohen Preisen erschlagen gefühlt“, berichtet Jan. Auch das tägliche Leben im Dorf unterscheide sich gravierend von dem in Deutschland. „Das Haus hat einen Fußboden aus getrocknetem Kuhdung, es gibt kein fließendes Wasser und der Strom kommt von einer kleinen Solarplatte auf dem Dach. Das reicht für maximal zwei Stunden Licht“, sagt er. 

Enger Kontakt mit Einheimischen

Jan erzählt, dass das Leben in der Stadt mit dem in Deutschland vergleichbar sei. Die meisten Häuser könnten genau so in Deutschland stehen – abgesehen von den Stromzäunen, die gegen Einbrecher schützen sollen. Was der Schladener aber am Dorfleben in Südafrika schätze, ist der enge Kontakt mit den Einheimischen, aber auch mit allen möglichen Tieren.

Jan Vergin ist froh, sich dazu entschieden zu haben, „weltwärts“ zu gehen. Er empfindet das Jahr als „sehr wertvoll“. Der 19-Jährige konnte viele neue und interessante Erfahrungen sammeln, die er nach seiner Rückkehr gern mit anderen Menschen teilen möchte.








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