Montag, 21.05.2018

Ist die SMS vom Aussterben bedroht?

Leserbrief
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Im Jahr 2017 wurden in Deutschland laut Bundesnetzagentur nur noch gut zehn Milliarden SMS verschickt. Vor sechs Jahren hingegen waren es noch fast 60 Milliarden solcher Kurzmitteilungen. Die Bundesnetzagentur berichtet, dass die Entwicklung immer weiter zu kostenlosen Messengerdiensten wie WhatsApp oder iMessage geht. Das werde vor allem auch an der um 52 Prozent gesteigerten Datennutzung im Vergleich zu 2016 deutlich.

Aber wie sieht es eigentlich in Goslar mit der guten alten SMS aus? Finden wir in Goslar überhaupt noch Jugendliche, die regelmäßig SMS schreiben und wenn ja, warum schreiben sie nicht mit den beliebteren Messengerdiensten? Und im Gegenzug dazu, was finden sie an WhatsApp und Co. besser als an der herkömmlichen SMS?

Bei der Frage, ob sie regelmäßig SMS schreiben, sind sich die vier Befragten einig. Fiona, Hanna, Richard und Jan antworten mit einem klaren „Nein“. Die Schüler greifen lieber auf populärere Nachrichtendienste wie WhatsApp oder den Facebook-Messenger zurück. Ihre Beweggründe dazu sind aber verschieden.

Der 18-jährige Jan Philip Klischat kommuniziert vor allem aus Bequemlichkeit bei Whats-App. „Warum soll ich noch SMS schreiben, wenn alle meine Freunde sowieso auf WhatsApp sind? Es ist einfacher, bei einer Plattform zu sein und nicht immer zwischen mehreren hin und her zu wechseln“, sagt der Goslarer.

Fiona Jäger und Hanna Fricke haben bei der Frage eher die Kosten im Blick. Wenn man keine SMS-Flatrate hat, zahlt man schließlich für jede Kurzmitteilung. Auch wenn das nur Centbeträge sind, macht es sich nach einigen Nachrichten auf jeden Fall bemerkbar. Jan hat in seinem Vertrag zwar eine SMS-Flatrate, bevorzugt aber WhatsApp.

Die 16-jährige Hanna erzählt, dass sie sich erst vor einigen Monaten die App herunter geladen habe. Davor habe sie mit ihren Freunden nur per SMS geschrieben. Die 16-jährige Fiona hat schon länger WhatsApp. Sie kennt es auch, dass Freunde es nicht verwenden.

Von Familienmitgliedern, mit denen man sich nur per SMS verständigen kann, kann Richard Fricke ebenfalls ein Lied singen. Der17-Jährige, der SMS als „unnötig“ empfindet, erzählt, dass er nur so mit seiner Großmutter schreiben könne. Um das zu ändern, habe er vor einigen Tagen versucht, seiner Oma WhatsApp zu erklären. „Das ist gerade für die ältere Generation sehr schwierig“, sagt der Goslarer, der noch immer keine WhatsApp von seiner Oma bekommen hat.

Ein Video mit den Jugendlichen findet ihr auf unserer Internetseite. Der QR-Code führt direkt dorthin.







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